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Familien der Hamas-Geiseln bitten Deutschland um Hilfe

Die Familien jener Menschen, die die Hamas in Israel entführt hat, sind verzweifelt. Unter den Geiseln befinden sich auch Deutsche. Einige ihrer Angehörigen werben in Berlin vehement um Unterstützung.
Geiseln
Menschen betrachten in Tel Aviv Fotos von Israelis, die als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. © Petros Giannakouris/AP/dpa

Angehörige von in Israel entführten Deutschen haben die Bundesregierung eindringlich um Unterstützung für die Freilassung der Geiseln aus der Hand der Hamas gebeten. «Es ist ein Alptraum für uns, für jeden in Israel. Wir brauchen Ihre Hilfe, wir brauchen deutsche Hilfe», sagte Adi Zalesky am Donnerstag bei einem Gespräch mit Journalisten in der israelischen Botschaft in Berlin. «Das ist nicht nur eine Angelegenheit von Israel, das ist auch eine Angelegenheit von Deutschland», betonte Roni Roman, deren Schwester mit ihrem Kind von der Hamas entführt wurde. «Wir haben keine Zeit. Ihre Zeit läuft aus.»

Die Angehörigen hatten sich zuvor mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) getroffen und auch bei ihr um deutsche Unterstützung gebeten. Roman forderte Deutschland anschließend auch auf, unverzüglich humanitäre Hilfe bereitzustellen, um zu gewährleisten, dass die Entführten medizinisch versorgt werden können. Sie betonte die Notwendigkeit, Lebenszeichen von den Entführten zu erhalten und sie sofort nach Deutschland zurückzubringen. «Wir brauchen Deutschland wirklich, um schnell zu handeln.»

Deutschland habe viele Druckmöglichkeiten und Verbindungen

Deutschland habe viele Druckmöglichkeiten und Verbindungen und müsse alle diplomatischen Möglichkeiten nutzen, sagten Roni Roman und ihre Cousine Maya später in der israelischen Botschaft. Alle Geiseln müssten so schnell wie möglich nach Hause gebracht werden. Beide Frauen werden an diesem Freitag auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen.

Deutschland habe aus zwei Gründen eine Verantwortung, sagte Roni Roman. «Wir sind das einzige liberale Land im Mittleren Osten. Und das ist kein Konflikt, das ist Terror gegen die liberale Welt.» Zudem gebe es in Deutschland nach dem Holocaust die Doktrin «Nie wieder». «Aber es ist wieder passiert.» Roman berichtete, dass ihre Großeltern Deutschland in der Nacht der nationalsozialistischen November-Pogrome 1938 verlassen hätten und nach Israel gegangen seien, um dieses Land aufzubauen.

Mehr als 200 Geiseln

Die Zahl der Geiseln nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel liegt nach israelischen Angaben bei mehr als 200. Bisher seien Familien von 203 Menschen über die Entführung ihrer Angehörigen in den abgeriegelten Gazastreifen informiert worden, bestätigte die Armee am Donnerstag. Darunter sind auch mehrere Deutsche, mit denen die Bundesregierung allerdings keinen Kontakt hat. Hunderte Hamas-Terroristen hatten am 7. Oktober Israel überfallen und mehr als 1400 Menschen getötet.

Die Freilassung der Geiseln ist auch eines der Hauptanliegen der Bundesregierung. Es war beispielsweise Thema bei den Gesprächen von Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Israel und Ägypten.

Israels Botschafter spricht von «Paradigmenwechsel»

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sprach von einer «Zeitenwende» und einem «Paradigmenwechsel» in seinem Land. Es werde in Israel und nach seiner Einschätzung auch im ganzen Nahen Osten nie wieder so sein wie am 6. Oktober, dem Tag vor dem Angriff. Israel werde hart zurückschlagen und die Infrastruktur der Hamas zerstören. «Hamas wird Gaza nachher nicht kontrollieren. Klipp und klar.»

Es mache ihn traurig und wütend zu sehen, dass mitten in Berlin Molotow-Cocktails auf eine Synagoge geworfen, Häuser mit dem Davidstern markiert und anti-israelische Parolen gebrüllt würden. Man habe ein Auge geschlossen gehabt, sagte Prosor.

© dpa
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