Proteste in Havanna wegen Stromausfalls nach Hurrikan

Fünf Tage ohne Strom und fließend Wasser - die Menschen in Havanna treibt es inzwischen aus Protest auf die Straße. Dabei hat Hurrikan «Ian» ohnehin eine Schneise der Verwüstung im Land geschlagen.
Angesichts eines massiven Stromausfalls nach dem Hurrikan «Ian» hat es in Kuba zum dritten Tag in Folge seltene Proteste gegeben. © Nick Kaiser/dpa

Angesichts eines massiven Stromausfalls nach dem Hurrikan «Ian» hat es in Kuba zum dritten Tag in Folge seltene Proteste gegeben. Auf der vielbefahrenen Straße Línea in der Hauptstadt Havanna errichteten einige Anwohner des zentrumsnahen Stadtteils Vedado am Samstagabend (Ortszeit) mit umgekippten Müllcontainern eine Straßensperre. Ein paar Dutzend Teilnehmer demonstrierten dort auf Töpfe schlagend, weil sie seit fünf Tagen weder Strom noch fließendes Wasser hatten.

Militärvertreter des sozialistischen Einparteienstaats versuchten vor Ort, mit Zusicherungen zu beschwichtigen, es werde an der Reparatur der Leitungen gearbeitet. Sie wurden aber mit wütenden Beschwerden über die langsame Arbeit des Staates niedergeschrien. Manche Demonstranten forderten auch «Freiheit». Später riefen sich Regierungsgegner- und Befürworter gegenseitig Parolen zu. Zivilpolizisten nahmen mindestens eine Person fest. Nach Berichten in sozialen Medien gab es auch in anderen Teilen Havannas Proteste.

Teils noch immer Stromausfall

«Ian» war am Dienstag als Hurrikan der Kategorie 3 von 5 über den Westen des Karibiklandes hinweggefegt. Es gab Überschwemmungen, nach Regierungsangaben wurden Tausende Häuser und ein großer Teil der Infrastruktur der Tabakindustrie im wichtigen Anbaugebiet Pinar del Río zerstört. Es kam auch zu einem landesweiten Stromausfall. Bei vielen Menschen, auch in Gegenden der Hauptstadt, war die Stromversorgung bis Samstag nicht wiederhergestellt. Betroffen war auch die Wasserversorgung, die über elektrische Pumpen funktioniert.

Kubas Stromnetz war schon vor dem Sturm in schlechtem Zustand, es kommt zu häufigen Ausfällen. Diese waren auch ein Auslöser für Demonstrationen gegen die Regierung am 11. Juli 2021 - den wohl größten seit der kubanischen Revolution von 1959. Hunderte Teilnehmer wurden zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

© dpa
Weitere News
Top News
Tv & kino
Auszeichnungen: 92 Länder im Rennen um den Auslands-Oscar: Deutschland dabei
Internet news & surftipps
Streamingdienste: Netflix-Serie «Wednesday» weiter auf Höhenflug
Internet news & surftipps
Internet: Ukraine, WM, Olympia: Corona fliegt aus den Google-Charts
Fußball news
WM-Achtelfinale: Portugal stürmt ins Viertelfinale - Schweizer enttäuschend
People news
Leute: «Großartige Komikerin» - «Cheers»-Star Kirstie Alley ist tot
Games news
Featured: God of War Ragnarök: Die besten Builds, Waffen, Rüstungen und Runen
Internet news & surftipps
Leute: #wednesdaydance: Tanz aus Netflix-Serie geht im Netz viral
Familie
Bittersüß: In Citronat und Orangeat steckt mehr Zucker als Frucht
Empfehlungen der Redaktion
Wetter
Unwetter: Massiver Stromausfall in Kuba geht in dritten Tag
Panorama
Unwetter: Gefährlicher Hurrikan «Ian» erreicht Kuba - Kurs auf Florida
Wetter
Hurrikansaison: Zwei Tote und Zerstörung bei Unwetter in Havanna
Panorama
Wirbelsturm: Hurrikan «Ian» trifft auf Florida - Große Schäden erwartet
Ausland
Unwetter: US-Präsident Biden sagt Puerto Rico nach Hurrikan Hilfe zu
Panorama
Flammen-Inferno: Havanna: Stromausfälle nach Explosionen in Treibstofflager
Panorama
Unwetter: Wirbelsturm «Ian» verliert an Kraft
Wetter
Florida: Nach Hurrikan «Ian»: Wiederaufbau wird Jahre dauern