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Auch Deutsche unter freigelassenen Geiseln im Gazastreifen

Fast sieben Wochen waren sie in der Gewalt von Islamisten - nun ist eine erste Gruppe von Geiseln freigelassen worden. Im Gegenzug will Israel noch bis zum Abend seinen Teil eines Deals erfüllen.
Rafah
Ein Fahrzeug des Roten Kreuzes kommt an der Grenze von Rafah im südlichen Gazastreifen an. © Mohammed Talatene/dpa

Nach Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg ist eine erste Gruppe von 24 Geiseln freigekommen, die vor sieben Wochen in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Unter den im Gazastreifen freigelassenen Geiseln sind auch vier Deutsche. Das bestätigte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Abend.

«Ich bin unendlich erleichtert, dass soeben 24 Geiseln aus Gaza freigekommen sind, darunter vier Deutsche, dass ein Vater nach 49 Tagen der Hölle, des unglaublichen Bangens, endlich seine zwei kleinen Töchter, seine Ehefrau wieder sicher in die Arme schließen kann», sagte sie am Rande des Grünen-Parteitags in Karlsruhe.

Die Bundesregierung sei allen, die daran mitgewirkt hätten «enorm dankbar». Baerbock dankte persönlich ihrem katarischen Amtskollegen, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes sowie Ägypten.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu veröffentlichte am Abend eine Namensliste der 13 israelischen Freigelassenen. Auf der Liste standen auch die Namen von vier Personen, deren Familien sie nach der Entführung als Deutsche benannt hatten. Darunter waren eine 34-Jährige sowie ihre beiden Töchter im Alter von zwei und vier Jahren sowie eine 77-Jährige. Es handelt sich nach Angaben eines Sprechers der Familien um Doppelstaatsbürgerinnen. Sie waren aus dem Kibbuz Nir Oz entführt worden.

Eine genaue Zahl deutscher Geiseln war von deutscher Seite bisher nicht genannt worden. Das Auswärtige Amt hatte im vergangenen Monat von insgesamt acht Vermisstenfällen deutscher Staatsbürger gesprochen, wobei ein Fall auch mehrere Familienmitglieder einschließen könne. Die deutsche Staatsbürgerin Shani Louk war am 30. Oktober für tot erklärt worden.

Entlassung palästinensischer Häftlinge im Gegenzug

Im Gegenzug sollen für jede Geisel aus Israel drei palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Nach Angaben der palästinensischen Häftlingskommission geht es um 24 Frauen und 15 Jugendliche. Der Älteste sei 19 Jahre alt. Vor der geplanten Freilassung wurden Häftlinge aus dem Damun-Gefängnis zu dem Ofer-Gefängnis zwischen Jerusalem und Ramallah gebracht, wie eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde bestätigte. Die Häftlinge sollen nahe ihrer Wohnorte im Westjordanland oder Ost-Jerusalem freikommen.

Experten befürchten schwere Traumatisierung der Kinder

Das Militär rief die Öffentlichkeit und die Medien zu Geduld und Sensibilität auf. «Wir bitten alle darum, die Privatsphäre der freigelassenen Geiseln und ihrer Familien zu respektieren.» Psychologen gehen davon aus, dass besonders die Kinder nach sieben Wochen Geiselhaft schwer traumatisiert sein könnten. Sie haben auch am 7. Oktober schlimmste Gewalt miterlebt.

Gemäß der Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas sollen innerhalb von vier Tagen 50 Geiseln freikommen. Insgesamt sieht die zwischen beiden Konfliktparteien getroffene Vereinbarung einen Austausch von bis zu 100 Geiseln aus Israel gegen bis zu 300 palästinensische Häftlinge vor.

Terroristen der Hamas und anderer Gruppierungen hatten am 7. Oktober im Grenzgebiet das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels verübt. Auf israelischer Seite wurden mehr als 1200 Menschen getötet, darunter mindestens 850 Zivilisten. Etwa 240 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt, darunter mehrere Deutsche. Es ist eine der größten Geiselnahmen der modernen Geschichte. Vier weibliche Geiseln wurden später freigelassen und eine befreit. Zudem wurden in Gaza die Leichen zweier israelischer Frauen von israelischen Soldaten geborgen.

Israel reagierte auf das Massaker am 7. Oktober mit massiven Gegenangriffen im Gazastreifen, bei denen seitdem nach Angaben der Hamas-Behörde mehr als 14.800 Palästinenser getötet worden sind.

© dpa
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