Taliban-Versammlung endet

Die militant-islamistischen Machthaber schränken die Rechte afghanischer Frauen und Mädchen zunehmend ein. Für eine Normalisierung der Beziehungen fordert die US-Regierung mehr Transparenz.
Junge Taliban-Kämpfer patrouillieren auf der Ladefläche eines Pick-Ups in den Straßen von Kabul. © Oliver Weiken/dpa

Die erste große Versammlung der in Afghanistan regierenden Taliban ist ohne nennenswerte Fortschritte in Fragen etwa der Frauenrechte oder der politischen Teilhabe zu Ende gegangen. Mehr als 3000 handverlesene, ausschließlich männliche Gelehrte, einflussreiche Personen und Stammesvertreter der militant-islamistischen Gruppe waren in der Hauptstadt Kabul zusammengekommen. Trotz mehrerer Anschläge der verfeindeten Terrormiliz IS war das dreitägige Treffen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen fortgeführt worden.

In der Abschlusserklärung vom Samstag ging es maßgeblich um die förmliche Anerkennung der Taliban-Regierung, die sich nach der gewaltsamen Machtübernahme im August 2021 installiert hatte, sowie darum, Ergebenheit gegenüber dem obersten Führer Haibatullah Achundsada zu demonstrieren. Zudem wurde die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Taliban-Regierung anzuerkennen und eingefrorene Konten mit Staatsgeldern freizugeben. Achundsada verkündete, das Gesetz Gottes in Afghanistan durchsetzen zu wollen, selbst wenn die Welt mit einer Atombombe gegen die Taliban vorginge. Bislang hat kein Land das Taliban-Regime anerkannt.

Zeitgleich hatten Vertreter der Taliban Gespräche mit einer US-Delegation in Katars Hauptstadt Doha geführt. Die US-Sondergesandte für afghanische Frauen und Mädchen, Rina Amiri, hatte sich «enttäuscht» geweigert teilzunehmen. Das internationale Engagement habe bislang keine bedeutsamen Durchbrüche für afghanische Frauen, Mädchen und andere gefährdete Bevölkerungsgruppen erzielt, twitterte Amiri am Samstag.

© dpa
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