Supertoll: Erwachsen sein!

10.08.2019 Urlaub zu Ende? Währenddessen leider reichlich am Handy rumgedaddelt? Jetzt bisschen verspannt? Es gibt für alles eine Lösung.

Foto: Christin Klose/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Heute beim Einparken etwas intensiver auf den Wagen hinter mir geguckt, weil ich den nicht rammen wollte. Aber Obacht im Straßenverkehr, schon springt ein stattlicher Zweimeterbär aus dem Gefährt, spurtet auf mich zu und will Radau. „Probleme?!“, will er wissen, „brauchste Probleme?“ Was kann man artig antworten? „Danke, aber nein danke, Oberst Dummbatz, ich habe selber schon reichlich auf dem Tisch.“

Da frage ich mich nun: hat sich eigentlich niemand erholt im Urlaub? Wieder nur Fotos gepostet, Mitteilungen geschrieben, in Nachrichtendiensten rumgehangen und sich auf Facebook schlechte Laune machen lassen? Oder warum benehmen sich gerade so viele hektische Zausel, als ob sie gleich eine OP am offenen Herzen durchzuführen hätten? Abends jedenfalls, so viel ist mal sicher, verpimmpern die alle gerne mal drei Stunden sinnlos im Internet.

Nach dem Einparken dann zuhause ein wirklich schön kaltes Bier aus dem Kühlschrank geholt und dabei ein tolles Gefühl gehabt: ‚Hey! Ein Bier! Selbst gekauft und in meinen eigenen Kühlschrank gestellt! Und jetzt einfach so spontan rausgeholt!‘ Bier im eigenen Kühlschrank vorrätig zu haben und es zu trinken, wann immer es mir beliebt, gehört definitiv zu den Supersachen, die ich mir als Teenager unter Erwachsensein vorgestellt habe.

Riesenerkenntnis: Über das erwachsenen Alltagsgeraffel vergisst man leicht, worüber man sich früher dumm und dämlich gefreut hätte: am Wochenende so lange im Bett bleiben, wie man will. Den Tag verdaddeln, ohne ausgemeckert zu werden. Abends ausgehen, ohne um Erlaubnis zu fragen. Stundenlang Filme gucken. Morgens anziehen, was man will. Ich empfehle dringend, sich an solchen Dingen mal wieder ordentlich zu berauschen. Wir sind erwachsen, Leute! Superding!

Auch sehr erwachsen setze ich modetrendtechnisch mal eine Runde aus, bis das 80er Jahre-Revival endlich vorbei ist. Bauchtäschchen, irrsinnige, grelle Muster, fette Logos und Leggins – was genau soll das sein? Therapie? Botschaft? Strafe? Aufgemerkt, Ihr drolligen Modedesignerchen, Ihr hattet Euren Spaß, jetzt aber wieder husch-husch an die Arbeit. Frickelt meinetwegen was Hübsches aus Gurkenschalen oder mundbestickten Bierdeckeln. Einfach was zum Anziehen reicht, okay?  

© Nele Nielsen

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