Schwedenhappen

19.07.2019 Worum es im Urlaub wirklich geht: das Handy ausschalten, nichts Großes denken, kein Gemurre wegen des Wetters.

© ingimage.com

Damen und Herren, ich berichte live aus Schweden. Eben habe ich ein Knäckebrot mit Kaviarcreme gegessen, das tut man hier so. Im Supermarkt um die Ecke (eine Stunde Fußweg, das ist das, was man hier „um die Ecke“ nennt), gibt es 15 Sorten Kaviarcreme. Abgesehen vom Knacken des Knäckebrots gibt es hier nicht viele Geräusche. Ich bin mit dem Mann aus meinem Bett unterwegs, der schweigt sehr gerne. Schweigende Menschen vermitteln mir das Gefühl, dass sie gerade dabei sind, etwas Gefühlvolles oder Tiefsinniges zu denken. Wenn ich den Mann frage, was er gerade denkt, sagte er Sachen, wie: „da kommt schon wieder eine Mücke.“ Mit so einem Mann braucht man kein Yoga.

Was unternimmt man noch in einem schwedischen Sommerurlaub, außer Schweigen und Knäckebrot essen? Es ist sehr einfach:

Man drapiert sich mit einem Picknickkorb auf einem Felsen am Wasser und springt von einem hölzernen Steg in die eiskalte See. Dann klettert man schnell wieder an Land und verzerrt pralinenartiges Gebäck mit drolligen Namen wie „Punschrullar“ und „Chocladbullar“. Es ist 10 Grad kälter, als zuhause und das Wetter wechselt alle zehn Minuten, aber man macht kein kleinliches Getöse deshalb. Hin und wieder vielleicht ein kleiner Waldspaziergang. Man pflückt Blaubeeren und hält nach Trollen Ausschau. Im Wald wohnen Trolle, da sind sich die Schweden sicher. Trolle haben ekstatischen Sex auf weichem Moos, hinterher werden Insektenlarven aus der Baumrinde gepult und aufgegessen. So ist es jedenfalls im schwedischen Film „Border“ zu sehen. Abends brät man ein dickes Stück Lachs und trinkt egal was, aber ein bisschen benebeln sollte es schon. Dann hört man in die Nacht hinein, in der große Stille ist. Zusammengefasst: Die Welt würde sich sehr viel geschmeidiger im Kreis drehen, wenn es grundsätzlich überall ein wenig mehr zuginge, wie in einem schwedischen Sommer.

Für Alle, die sich nun nach etwas nordischer Ruhe sehnen: drucken Sie sich den folgenden Absatz aus. Kleben Sie ihn an einen Platz Ihrer Wahl. Oder packen Sie das Zettelchen in ihre Geldbörse. Bei Bedarf langsam lesen, dann einmal tief durchatmen:

„…… …………………….. ……….. ……………………………………… ……………………………………………………………………………………………………………………….  …………………………………………….“

Schweden pur. Schön, nicht wahr?

© Nele Nielsen

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