Gepflegtes Trinken

03.11.2018 Was kann man im November machen? Lauter tolle Sachen! Aufräumen, Cocktailpartys oder auf dem Friedhof plaudern.

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Im November bekomme ich stets den Drang, aufzuräumen. Es beginnt nun ja die Zeit des muckeligen Herumlungerns auf dem Sofa. Und der spontanen Wohnzimmer-Cocktailpartys ab 17.00 Uhr. Eine Cocktailparty heißt offiziell erst dann Cocktailparty, wenn drei oder mehr Menschen beisammen sind. Es gibt noch jede Menge anderer Regeln und Empfehlungen - vergessen Sie alle. Es braucht nicht mehr als zwei schlichte Drinks zur Auswahl und auch alleine oder zu zweit kann man eine flotte Party feiern.

Jedenfalls möchte ich, dass es auch auf der schlichtesten Party manierlich bei mir aussieht. Es sind lauter wichtige Sachen, die nun also irgendwo vernünftig untergebracht werden wollen. Große Taschen mit „bring ich morgen zum Schneider“- Sommersachen. Hat sich erledigt, Sommer ist langsam vorbei. Oder Papierstapel. Brisantes Zeug, das ich irgendwo abheften und Behördenbriefe, die ich beantworten sollte. Auf den Stapeln pappen Klebezettel, auf denen steht „Juli! SOFORT erledigen!!!“ oder „2017! Aktuell!“. Die Stapel ruhen seit vielen Monaten und die Welt dreht sich erstaunlicherweise immer noch im Kreis, das Kindergeld kommt und kein Gerichtsvollzieher weit und breit. Solange ich die Stapel aufbewahre, wird nichts Schlimmes geschehen. Aber bei Cocktailpartys machen sie insgesamt doch keinen hübschen Eindruck, deshalb verteile ich alles hübsch unter Bett und Sofa.

Eine Freundin hat ein Gästezimmer, dort schichtet sie ihre Soforterledigen-Dinge aufeinander und wirft weiße Bettlaken über sie. Was unter einem Bettlaken verschwindet, glaubt sie, existiert nicht mehr. Ihre Gäste schlafen inmitten einer irgendwie gemütlichen, verschneiten Gebirgslandschaft.

Kümmern wir uns ums Wesentliche: was trinken wir trendgerecht in diesem Winter? Ich habe mich informiert und kann Ihnen versichern: Sie wollen das nicht wissen. Es sind alles höchst komplizierte Drinks mit mindestens 6 exzentrischen Zutaten. Bleiben wir besser beim Altbewährten: Grog. Mehr als Rum, heißes Wasser und Zucker braucht es nicht, um sich und seine Gäste zu wärmen.

Viel zu wenig gefeiert wird auf Friedhöfen. Mit einer Thermoskanne Grog und einem Klappstühlchen kann man das Ganze würdig gestalten und mal wieder ausführlich Zwiesprache mit den Ahnen halten. Das nur so als Empfehlung. Es muss nicht immer Sommer sein.

© Nele Nielsen

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