Abschussliste

07.09.2018 Interessante Strömung: Zeit mit dem Partner zu verbringen, kommt aus der Mode. Ebenfalls auf der Abschussliste: Denken.

Fernsehen war bei der letzten Befragung die liebste Freizeitbeschäftigung der Bundesbürger. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich schreibe hier nicht über Politik. Niemand will darüber lesen und es bringt nur Unfrieden. Ich schreibe über emotionale Trends:

aktuell gibt es reichlich unzufriedene Menschen zu sehen. Sie brüllen, halten Protestplakate hoch und wirken insgesamt, gelinde gesagt, irgendwie gestresst. Ich sorge mich um sie und möchte Care Pakete schicken, mit Schoki und etwas Hirn. Beides macht glücklich, etliche vermeidliche Probleme lösen sich so von selbst.

Aber ich habe zurzeit anderes zu tun. Mein Übergangsmann ist böse mit dem Fahrrad hingefallen. Nun liegt er zerdengelt im Krankenhaus. Um einen guten Liebhaber muss man sich kümmern. Ich bringe also täglich Blumen und Pralinchen und auf besonderen Wunsch auch das Eisenbahn Journal. Das aktuelle Eisenbahn Journal bietet allerlei Wissenswertes über Nebenhauptstrecken im Odenwald und den Blutmond über der S-Bahn. Falls Sie gelegentlich nach einem Hobby suchen: das Journal ist in jedem gutsortierten Zeitschriftenkiosk erhältlich.

Der Sex im Krankenhaus ist bequem. Das Badezimmer ist geräumig und von innen verschließbar. Es gibt Haltegriffe, einen kleinen Hocker und man ist durchgehend betreut. Von draußen klopfen Krankenschwestern an die Tür und fragen, ob alles in Ordnung sei.

Zudem besteht keinerlei Gefahr, dass die Ehefrau des Übergangsmannes vorbeischaut. Krankenhausbesuche sind ihr unerfreulich, zuhause gibt es unterhaltsameres zu tun. Die beliebtesten sechs Aktivitäten der Hamburger:  Fernsehen, Radio und Musik hören, telefonieren, Internet und Smartphone. Danach kommt gemeinsame Zeit mit dem Liebsten. Weit abgeschlagen: einfach mal so umherdenken oder über „wichtige Dinge“ sprechen.

Der Übergangsmann findet es absolut OK, dass seine Frau ihn nicht besuchen mag. Es gibt keinen Fachbegriff für Menschen, die wirklich alles verständlich finden, was ihr/e Partner/in tut. Das ist merkwürdig. Selbst für die die Angst, von Enten beobachtet zu werden, gibt es ein Spezialwort: Anatidaephobie.

Andere schöne Fremdwörter: danke, bitte, Entschuldigung. 

© Nele Nielsen

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