Bum Bum!

05.11.2021 Heute mal was Selbsterlebtes aus dem Geschäftsleben: Über ein spaßiges Eis und einen großen Konzern.

© ingimage.com

Neulich lacht mich aus der Eistruhe im Supermarkt ein Eis an, ein fröhliches Eis mit einem knuffigen Namen: „Bum Bum“. „Bum Bum“ ist rund und sehr bunt, kreischrot glasiert, mit einem Stiel aus Kaugummi in knallblauer Plastikfolie, es wurde vor Jahrzehnten von einer netten deutschen Firma auf den Markt gebracht. Ich hatte „Bum Bum“ aus irgendeinem verrückten Grund bis dahin noch nie probiert, nun aber war mir nach etwas Dollerei an diesem doch sehr tristen Novembertag. Allein der Name machte mir Laune, ich kaufte gleich drei Stück und es ging mir besser, schon während ich die Verpackung aufriss. Dann der erste Biss: herrlich künstlicher Geschmack! Eventuell erdbeerartig? Mit dem Kaugummi gelangen mir sensationelle Blasen, sie waren riesig und zerplatzen mit einem schmissigen Knall. Herrschaften, es war das beste Kaugummiblasen-Erlebnis meines Lebens. Völlig klar: dieses Eis musste dringend weiterempfohlen werden.

Obacht, jetzt wird es ernst, denn ich wollte mehr über „Bum Bum“ erfahren. Google-google-google, schon war ich auf der Homepage des Herstellers. Die nette Firma, erfuhr ich dort, war schon vor Jahren von einem internationalen Konzern aufgekauft worden, das hatte ich verschlafen. Die mächtige Kompanie hat allerdings nicht den allerbesten Ruf, sie schluderte bereits des Öfteren, was die korrekten Angaben zu ihren Lebensmittelprodukten angeht und lässt es bei der Herstellung in ärmeren Ländern insgesamt an Manieren fehlen. Aber man soll nicht alles glauben, was man so hört, auf der Homepage des Ladens stehen ja auch ganz andere Fakten, nämlich: man kümmert sich nicht nur irgendwie nebenher, sondern fast ausschließlich ums Wohl der Umwelt, seiner Angestellten und Kunden. Insgesamt, so ist zu lesen, sei der Konzern ein verantwortungsbewusster, ökologischer, durch und durch vorbildlicher Betrieb, ein Disneyland der Herzensgüte und eigentlich gar kein Geschäftemacher, sondern ein Weltverbesserer. Aha, so-so. Was sagt man nun brav? „Danke, danke, danke?“

Herrjeh, ich wollte jedenfalls einfach nur ein lustiges Eis essen. Und jetzt finde ich die zwei „Bum Bum“, die noch im Gefrierfach liegen, auf einmal doof. Menno, voll schade!

© Nele Nielsen

Weitere News

Empfehlungen der Redaktion

Kolumne

Nele Nielsen: Männer im Frühling

Kolumne

Nele Nielsen: Den Tag ausquetschen

Kolumne

Nele Nielsen: Sternstunden!

Kolumne

Nele Nielsen: Feuchte Geschichte

Kolumne

Nele Nielsen: Schlimme Freunde

Kolumne

Nele Nielsen: Schlimme Finger

Kolumne

Nele Nielsen: Let’s go wild!

Kolumne

Nele Nielsen: Supertoll: Erwachsen sein!