Nette Buddys

19.03.2021 Wer nach angenehmer Gesellschaft sucht, findet im Netz so Allerlei. Nicht unbedingt auf den Single-Börsen. Aber mit dem richtigen Hobby fühlt man sich schnell nicht mehr allein.

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Mein neuer Hula-Hopp Reifen und ich hatten unsere ausgelassenen 30 Sekunden, aber irgendwann muss jeder Spaß sein Ende haben. Ich brauche aktuell eher tröstliche Gesellschaft als wilde Bewegung. Deshalb hier ein letztes Mal einige Worte zum Aufenthalt in kalten Teichen und anderen Wassern: Auf Instagramm habe ich reichlich badende Menschen in grandioser Landschaft entdeckt. Die meisten Badenden gibt es in England und Schottland, sie sind bei Nebel und Regen in rauer See und idyllischen Flüsschen der Hochlands zugange. Es sind zumeist Frauen, sie tragen lustige Pudelmützen und sind insgesamt uneitel wie Eisbären. Die Toughsten von ihnen nennen sich „Scillybluetits“. Die blauen Möpse der Scilly-Inseln… also, das ist schon leidenschaftlich.

Ich selber steige von Bootsstegen voller Entenpup ins Wasser, sie sind das Einzige, was bei mir um die Ecke zu haben ist. Ich wusste vorher nicht, wie unglaublich groß Entenpup ist, ein reiner Wahnsinn. Manchmal poste auch ich etwas auf Instagramm, mich im Kanal unter grauem Himmel eben. Die anderen Draußen-Schwimmer*innen geben mir trotzdem likes, es ist eine friedliche, aufmunternde Gemeinschaft. Niemand bläst sich auf, alle freuen sich, wenn es den Anderen gut geht. Ich denke, es würde super weiterhelfen, wenn einfach Jeder zweimal die Woche in ein kaltes Gewässer steigen würde. Dabei verliert man nämlich die Lust am Rumkrakeelen und das wäre aktuell doch sehr dienlich.

Wer nach freundlichen Buddys sucht, ist übrigens auch bei Quetschmünz-Sammlern gut aufgehoben. Quetschmünzen sind ein sehr gemütliches Hobby: man fährt zu einem der Automaten, wirft ein 5 Cent Stück ein, dreht an einer Kurbel und bekommt die Münze platt gedrückt und hübsch geprägt wieder raus. Danach weiß man, wo man sich gerade aufhält, zu Beispiel an der Seebrücke Großräschen oder im Wolf- und Bärenpark Bad Rippoldsau-Schappach. Die Automaten stehen wirklich überall. Der Spaß kostet einen Euro und hinterher hat man einen tollen Schatz in der Geldbörse, den man immer mal vorzeigen kann. Ich besitze schon rund 40 Quetschmünzen und dachte lange Zeit, ich wäre der einzige Mensch auf der Welt, der die Dinger hortet. Mal wieder falsch gedacht.

Ansonsten stehe ich manchmal in Nachthemd und Fellpuschen vor meiner Kleiderstange und staune, was da so hängt. „Ja, ja, ihr Hasen,“ sage ich, „hängt mal schön weiter ab, vielleicht trifft man sich mal wieder, vielleicht auch nicht, die Zukunft ist ungewiss.“ Später gehe ich in die Speisekammer und frage mich, was genau ich da wollte. Wahrscheinlich nur etwas Gesellschaft.

© Nele Nielsen

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