Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling

12.03.2021 Frische Erkenntnis: gegen Liebeskummer hilft nichts wirklich, außer vielleicht Karten legen. Weiterhin frisch: überall Hunde und Hula-Hoop-Reifen.

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Immer wieder einmal haben meine Freundinnen Liebeskummer. Ich selber leide zurzeit an keinem Mann und bin nur in beratender Funktion unterwegs. Ich sage meinen Freundinnen immer das Gleiche, also genau das, was sie auch mir sagen, wenn ich Liebesnöte habe. „Er ist beziehungsunfähig, ein emotionaler Honk,“ sage ich. “Du bist sehr viel weiter als er und andere Mütter haben auch schöne Söhne“ So in etwa rede ich daher und weiß, dass meine Freundinnen das alles selber schon wissen, aber nützt ja nix.

Massiv geballten Herzschmerz fand ich, als ich neulich beim Switchen auf Astro-TV landete und einige Stunden lang den Orakel-Onkels und Kartenlege-Tanten beim telefonischen Beraten zusah. Die meisten Anruferinnen wollten wissen, ob ihnen denn irgendwann noch mal was Vernünftiges über den Weg laufen würde. Andere beliebte Frage: „Meldet mein Herzensmann sich jemals wieder?“ Die Tanten und Onkels legen ihre Karten aus oder gucken in ein dampfendes Räucherpfännchen und sagten “Sie dürfen zuversichtlich sein. Aber haben Sie Geduld. Es dauert noch einige Monate.“ Das ist anscheinend exakt das, was Alle hören wollen, die Beratungen gehen weg wie warme Semmeln. 

Beim Suchen nach Unterlagen für die Rente („Bitte weisen Sie die Lücke zwischen Mai und August ’98 nach.“ Toll, eigentlich! Was habe ich da wohl Interessantes getrieben?) fand ich nun meine alten Tarot-Karten wieder. Irgendwann waren sie mal Hype, da war ich natürlich dabei. Ich habe mich schnell wieder ins Thema reingefuxt, die Karten haben alle die gleiche Botschaft: Abschied, Erweckung, Neuanfang, Befreiung, das war es im Wesentlichen und da will man nicht murren. Der nächste Liebeskummer kann jedenfalls kommen, ich helfe gerne weiter.

Noch ein Hype: Was ist los? Welthundejahr? In sämtlichen Printmedien, wohlgesonnene Texte über Menschen und ihre Hunde. Überraschender Tenor: Hundebesitzer*innen begreifen ihr Tier als besonders guten Freund des Menschen. Ich selber bevorzuge Lebewesen mit gewissen Umgangsformen. Wer zur Begrüßung unvermittelt seine Schnauze an meine Pussy stuppst, ist raus. Ebenso, wer mich aus dem Nichts heraus anbrüllt oder -bellt, ist mir egal, ob Mensch oder Hund. Aber das Thema ist brisant, Hundebesitzer*innen sind feinnervige Geschöpfe. Ich muss ohnehin weiter, ich habe einen Termin beim Hula-Hoop-Laden. In letzter Sekunde auf den „heißer Scheiß“-Zug aufspringen scheint mein neues Hobby, es ist gar nicht mal so übel.

© Nele Nielsen

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