Krauses zerplatzter Medaillentraum: «Bisschen Wehmut»

04.08.2021 Gesa Krause hat in Tokio über die 3000 Meter Hindernis einen Durchhänger. Dann kämpft sie sich einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag noch einmal nach vorne - es reicht aber nicht zur Olympia-Medaille.

Gesa Krause (M) lief in 9:14,00 Minuten nur auf den fünften Platz. Foto: Michael Kappeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hindernisläuferin Gesa Krause sehnte sich nach ihrem zerplatzten Medaillen-Traum bei Olympia nach ihren Liebsten.

Trotz eines beherzten Finish verpasste die zweifache Europameisterin einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag als Fünfte das Podest in Tokio. Keine Medaille für Krause, ihr Lebenstraum erfüllte sich nicht.

«Ich war sieben Wochen nicht zuhause und ich freue mich wirklich sehr, in zwei Tagen nach Hause zu fliegen, meine Lieben in die Arme zu schließen und das zu feiern und das zu genießen mit den Menschen, die das ganze Jahr hinter mir standen und eben nicht immer dabei sein konnten», sagte sie nach dem Rennen mit emotionaler Stimme.

Krause machte nach dem letzten Wassergraben noch Plätze gut, in 9:14,00 Minuten lief sie aber nicht mehr auf das ersehnte Podium. Peruth Chemutai aus Uganda holte sich in 9:01,45 Minuten den Olympiasieg vor Courtney Frerichs aus den USA. Bronze sicherte sich am Mittwoch Hyvin Kiyeng aus Kenia.

«Couragiertes Rennen gemacht»

«Ich bin sehr glücklich über meine letzte Runde, weil es ist immer schöner, wenn man am Ende Plätze gut gemacht, als wenn man am Ende eingeholt wird. Im Endeffekt habe ich es mir doch ganz gut eingeteilt, mit so einem Finish bin ich definitiv zufrieden», resümierte Krause und räumte doch ein «bisschen Wehmut» ein. «Ich habe definitiv ein couragiertes Rennen gemacht, natürlich ist auch ein bisschen ein weinendes Auge dabei», sagte die WM-Dritte weiter. In dem packenden Rennen wäre sie mit ihrem deutschen Rekord von 9:03,30 Minuten Zweite geworden. Bitter.

Krause hatte sich diesem Medaillentraum verschrieben - nun wurde es zumindest ihre beste Olympia-Platzierung nach Rang acht 2012 in London und sechs 2016 in Rio. Acht Monate hatte sie vor den Sommerspielen in Höhentrainingslagern im Ausland verbracht, zuletzt in den Schweizer Alpen. Erst am 30. Juli war sie in Japan angekommen, einen Tag später bezog sie ihr Zimmer im olympischen Dorf und am Sonntag erreichte sie souverän das Finale.

«Wollte mir diesen Traum erfüllen»

Nur die Medaille fehlt nun. «Ich wollte mir diesen Traum erfüllen, es hat aber nicht ganz gereicht», sagte die Hindernisläuferin vom Verein Silvesterlauf Trier. «Auf der letzten Runde bin ich über mich hinausgewachsen, es war aber nicht genug.» Drei Runden vor Schluss habe sie «ein bisschen einen Hänger» gehabt, «dass ich den Anschluss nicht halten konnte. Ich hatte einen Moment im Rennen, wo es mir wirklich sehr, sehr schwer fiel.» Die Kämpfernatur drehte aber nach dem letzten Wassergraben noch einmal auf.

Und nun? Krause will diese Saison noch nicht beenden. Urlaub ist ab dem 21. September geplant. Im Juli 2022 will sie bei der WM in Eugene in den USA angreifen, im August 2022 möchte sie ihren Titel bei der EM in München verteidigen. Und der Traum von der Olympia-Medaille, lebt der weiter? «Ich mache auf jeden Fall drei Jahre weiter», versicherte sie. Also ja, der Medaillentraum lebt.

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