«Der Wurm drin»: Koch verpasst Finale bei Schwimm-EM

19.05.2021 Das hatte sich Marco Koch anders vorgestellt. Für den früheren Weltmeister ist auf seiner Hauptstrecke schon nach dem Halbfinale Schluss.

Der frühere Schwimm-Weltmeister Marco Koch verpasste bei der EM in Budapest das Finale über 200 Meter Brust. Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Brustschwimmer Marco Koch war nach seiner selbst ernannten «Generalprobe» für die Olympischen Spiele enttäuscht und ziemlich ratlos.

«Nach 100 Metern war irgendwie der Wurm drin, obwohl ich es nicht super-hart angegangen bin», sagte der Weltmeister von 2015 nach seinem Halbfinal-Aus über 200 Meter bei den Europameisterschaften in Budapest. «Ich weiß nicht genau, woran es liegt.» Der 31-Jährige schlug am Mittwoch nach 2:10,03 Minuten an und schwamm damit nur die neuntschnellste Zeit.

«Alle Serien, die ich gemacht habe, haben eigentlich darauf hingedeutet, dass ich hier schon relativ schnell schwimmen kann», sagte der gebürtige Darmstädter sichtlich niedergeschlagen. «Die letzten Wochen waren dann aber sehr, sehr durchwachsen - warum auch immer. Das zieht sich leider jetzt ein bisschen durch.»

Anders als der Großteil seiner Nationalteamkollegen hatte sich Koch dazu entschieden, die kontinentalen Titelkämpfe in Ungarn als Test für die Beckenwettbewerbe bei den Sommerspielen zu nutzen. Trotz des nicht zufriedenstellenden Ergebnisses hält er das nach wie vor für richtig. «Es ist einfach wichtig, um zu sehen, woran wir arbeiten müssen», sagte er. Vor sechs Jahren hatte Koch im russischen Kasan den WM-Titel über seine Hauptstrecke 200 Meter Brust gewonnen.

Unter anderen die Medaillen-Hoffnungsträger Florian Wellbrock und Sarah Köhler verzichten auf die Rennen in der Duna Arena. Wellbrock dürfte vor allem die Leistungen seiner Tokio-Konkurrenten im Rennen über seine Paradestrecke 1500 Meter Freistil jedoch aufmerksam verfolgt haben.

Gold gewann der Ukrainer Michailo Romantschuk, der in 14:39,89 Minuten jedoch nicht an Wellbrocks Weltjahresbestzeit herankam. In Berlin hatte Wellbrock vor einem Monat nach 14:36,45 Minuten angeschlagen. Der 23-Jährige hatte nur die Freiwasser-Wettkämpfe der EM zum Formcheck genutzt. Silber holte der Italiener Gregorio Paltrinieri, Bronze ging an seinen Landsmann Domenico Acerenza. Bei den vergangenen Europameisterschaften in Glasgow hatte Wellbrock gesiegt.

Über 100 Meter Freistil sicherte sich der Russe Kliment Kolesnikow den Titel. Der 20-Jährige hatte am Vortag in 23,80 Sekunden noch einen Weltrekord über 50 Meter Rücken aufgestellt. Die Schwedin Sophie Hansson kürte sich in 1:05,69 Minuten zur Europameisterin über 100 Meter Brust. Die wegen Dopingvergehen in der Vergangenheit umstrittene Russin Julia Jefimowa wurde als Titelverteidigerin Vierte. Über 50 Meter Rücken gewann die Niederländerin Kira Toussaint den Titel, über 200 Schmetterling bei den Männern siegte Lokalmatador Kristof Milak.

Von solchen Erfolgen ist ein Großteil des relativ unerfahrenen deutschen Teams wie erwartet ein gutes Stück weit entfernt. Kathrin Demler erreichte in 2:09,59 Minuten als Siebte der Halbfinals aber immerhin schon einmal den Endlauf über 200 Meter Schmetterling. Julia Mrozinski ist im Endlauf über 200 Meter Freistil dabei.

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