Hunderte Flüge nach Mitternacht im ersten BER-Jahr

03.12.2021 Der neue Flughafen BER ist umgeben von Siedlungen, deshalb gilt ab Mitternacht ein Flugverbot. Davon gibt es allerdings Ausnahmen - dies jedoch nicht für jeden.

Vom 1. November 2020 bis 31. Oktober 2021 wurden jeweils in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr insgesamt 6856 Flüge gezählt. Foto: Soeren Stache/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Kernzeit des Nachtflugverbots am Hauptstadtflughafen BER hat es im ersten Betriebsjahr 618 Starts und Landungen gegeben.

Das geht aus Zahlen der Flughafengesellschaft hervor. Am BER gilt ein Flugverbot von Mitternacht bis 5.00 Uhr. Ausgenommen davon sind jedoch Postflüge, Ambulanz- und Rettungsflüge, Einsatzflüge von Militär und Polizei sowie Notlandungen und Überführungen.

Unmittelbar vor und nach dem Nachtflugverbot gab es deutlich mehr Flüge. Vom 1. November 2020 bis 31. Oktober 2021 wurden jeweils in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr insgesamt 6856 Flüge gezählt. 5933 davon waren gewerbliche Flüge, also in der Regel Linienmaschinen, wie die brandenburgische Landesregierung auf eine Anfrage der AfD antwortete. Diese sieht darin «eine weitere Fragwürdigkeit im stotternden Betrieb» des BER.

Vor der Eröffnung des neuen Flughafens gab es am Standort Schönefeld kein Nachtflugverbot, doch auch die neue Regelung ist umstritten. Brandenburg machte sich wiederholt beim Land Berlin und dem Bund für eine Ausweitung des Flugverbots stark, um die Anwohner im dicht besiedelten Umland zu schützen.

In den sogenannten Randzeiten von 22.00 Uhr bis 24.00 sowie von 5.00 bis 6.00 Uhr sind Linienflüge jedoch erlaubt, wenn auch mit Beschränkungen. Die Flughafengesellschaft rechnet bei vollständigen Betrieb mit durchschnittlich 77 Flügen täglich in dieser Zeit, gut das Vierfache des ersten Betriebsjahres.

Über einzelne Ausnahmen vom Nachtflugverbot entscheidet die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlins und Brandenburgs. Fünf Anträge bewilligte sie im ersten BER-Betriebsjahr nach Angaben des brandenburgischen Infrastrukturministeriums. Acht lehnte sie demnach ab.

Aufsehen erregte eine Entscheidung vom Februar, denn betroffen waren die Fußball-Profis des FC Bayern München. Sie durften in Schönefeld nicht mehr abheben, obwohl ihre Maschine abflugbereit war. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß fühlte sich «verarscht» und unterstellte bösen Willen. Der Antrag auf Startfreigabe war jedoch um drei Minuten nach Mitternacht gekommen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Tv & kino

RTL-Show: Rassistische Aussage: Youssefian aus Dschungelcamp geworfen

Gesundheit

Corona und kein Ende: Warum wir pandemiemüde werden, aber wach bleiben sollten

Internet news & surftipps

Umwelt: Gegen die Wegwerfgesellschaft

Sport news

Europameisterschaft: Kraftakt für deutsche Handballer beim letzten EM-Auftritt

People news

Corona-Pandemie: Neil Young droht Streaming-Riese Spotify mit Rückzug

Internet news & surftipps

Internet: Facebook-Konzern baut großen KI-Supercomputer

Internet news & surftipps

Digitalisierung: Wegen Corona: Zehn Stunden am Tag vor dem Bildschirm

People news

Haute Couture: Charlotte Casiraghi mit Pferd auf Chanel-Laufsteg

Empfehlungen der Redaktion

Regional sachsen

Silvester in Sachsen: Feiern mit deutlichen Einschränkungen

Regional berlin & brandenburg

Corona und Tegel-Schließung senken Berlins CO2-Ausstoß

Regional berlin & brandenburg

Zehntausende starten am BER in Weihnachtsurlaub

Regional thüringen

Polizei wappnet sich für zweites Pandemie-Silvester

Regional berlin & brandenburg

Berliner Senat rechnet mit Brüssels Zustimmung zu BER-Hilfe

Regional berlin & brandenburg

Umfrage: Passagiere am BER zufriedener als in Tegel

Regional berlin & brandenburg

Wieder mehr Ziele am BER: Finanzlage bleibt angespannt

Wirtschaft

Hauptstadtflughafen: Nach einem Jahr sucht der Flughafen BER noch Anschluss