Handel befürchtet Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent

02.12.2021 In Geschäfte dürfen künftig nur noch gegen das Coronavirus Geimpfte oder von einer Infektion Genesene. Der Handel zeigt sich empört.

Bei 2G haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt. Der Handel kritisiert die Vorgaben scharf. Foto: Christophe Gateau/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat scharfe Kritik an der geplanten Einführung der 2G-Regel in weiten Teilen des Einzelhandels geübt.

Bund und Länder versuchten, «auf dem Rücken des Handels die Versäumnisse in der staatlichen Impfkampagne zu kaschieren», sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin. Den betroffenen Händlern drohten nun massive Umsatzrückgänge. Ausgenommen von der Verschärfung sind Läden des täglichen Bedarfs, also etwa Supermärkte. Bei 2G haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt.

«Rein symbolische Gründe»

«Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Politik trotz funktionierender Hygienekonzepte und der Maskenpflicht nun im Einzelhandel 2G einführt. Damit werden viele Handelsunternehmen aus rein symbolischen Gründen in ihrer umsatzstärksten Zeit massiv eingeschränkt», sagte Genth. Vielen betroffenen Läden drohten durch die Neuregelung erhebliche Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Die Schlangen vor den Kontrollen an den Ladentüren würden viele Kundinnen und Kunden abschrecken. Erhebliche Umsatzanteile dürften sich in den Online-Bereich verschieben, warnte Genth.

Der HDE forderte deshalb eine Aufstockung der Hilfen für die betroffenen Händler. «Die Bundesregierung muss die drohenden Verluste bei vielen stationären Händlern jetzt konsequent auffangen. Die bisherigen Fixkostenzuschüsse reichen dafür bei weitem nicht aus», sagte Genth.

Dulger: Handel Sonderopfer

Auch aus Sicht von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger belasten 2G-Regeln im Einzelhandel die Branche unverhältnismäßig. «Der Handel darf nicht ein rechtlich fragwürdiges Sonderopfer werden», teilte Dulger am Donnerstag mit. «Eine 2G- oder 2G-plus-Regelung, die lediglich dazu dient, einen Lockdown als Begriff zu vermeiden, aber wie ein Lockdown wirkt, schafft eher Unsicherheit, aber kaum mehr Infektionsschutz.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: «Scheiße an den Füßen»: Wolfsburger Krise verschärft sich

Musik news

Musik-Experte: Produzent und «DSDS»-Juror: Toby Gad rückt ins Rampenlicht

People news

Erfahrungsbericht: «Intensiv» - ein Notruf aus der Krankenpflege

People news

Familienleben: Popsänger Sasha hatte keine einfache Kindheit

Auto news

Busfahrermangel : Tausende Kräfte fehlen

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

2G-Regeln: Handel wirbt für bundesweite «Bändchenlösung» beim Einkauf

Wirtschaft

Umsatz: Einzelhandel von zweitem Adventswochenende enttäuscht

Wirtschaft

Konjunktur: Rekordumsatz im Einzelhandel - aber nicht alle profitieren

Wirtschaft

Branchenumfrage: Gebremster Handel auch zwischen den Feiertagen

Wirtschaft

Pandemie: Handel warnt vor neuen Corona-Auflagen beim Einkaufen

Wirtschaft

Ausblick: Sorge vor Omikron trübt zuversichtlichen Mittelstand

Regional hessen

Weihnachts-Shopping mit 2G-Regel und Armbändchen

Wirtschaft

Corona-Maßnahmen: Handel hält 2G-Regel für den Einzelhandel für rechtswidrig