Tausende demonstrieren gegen die IAA in München

11.09.2021 Die Demonstrationen gegen die IAA in München haben am Samstag einen zahlenmäßigen Höhepunkt erreicht. Die Veranstaltung blieb weitgehend friedlich.

Tausende Menschen haben in München gegen die Automesse IAA Mobility demonstriert. Die Veranstalter gingen von 25.000 Teilnehmern bei einem Demonstrationszug und einer Fahrradsternfahrt aus.

Diese trafen sich dann am Nachmittag auf der Theresienwiese, wo normalerweise das Oktoberfest stattfindet. Den Veranstaltern zufolge beteiligten sich rund 5000 Personen an der Demonstration und 20.000 an der Sternfahrt. Die Polizei sprach von 3500 Teilnehmern bei der Demonstration und 10.000 bei der Fahrradsternfahrt.

Konfrontation zwischen Protestierenden und Polizei

Der Polizei zufolge verlief die Sternfahrt, die auf 16 Routen auf die Theresienwiese geführt hatte, komplett friedlich und störungsfrei. Bei der Demonstration kam es allerdings an zwei von Aktivisten besetzten Bäumen zu einer Konfrontation zwischen Protestierenden und der Polizei, bei der auch Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt wurden. Die Polizei begründete dies damit, bedrängt worden zu sein. Aktivisten kritisierten den Einsatz.

Ein Polizeisprecher zog dennoch ein positives Fazit der Veranstaltung. Hätte es den Vorfall an den Bäumen nicht gegeben, könnte man mit dem Tag «absolut zufrieden» sein, sagte er.

Vorrang für Fuß-, Rad- und Nahverkehr gefordert

Zur Sternfahrt und der Demonstration hatte ein Bündnis eingeladen, zu dem unter anderem der ADFC, Attac, der BUND, die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und der Verkehrsclub Deutschland gehören. Sie fordern «eine klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr». Die Demonstration sehen sie als Zeichen für eine Mobilitätswende.

Die Aktivisten und Demonstranten kritisieren IAA und Autokonzerne. Unter anderem werfen sie ihnen vor, die Messe sorge nur für einen grünen Anstrich, und es werde zu wenig für den Klimaschutz getan.

Rund um die IAA gibt es seit Tagen Proteste und Aktionen von Kritikern. Am Freitag hatte es dabei auch Zusammenstöße zwischen Polizei und Hunderten Aktivisten gegeben, bei denen die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten. Am Dienstag und Freitag wurden zudem Autobahnen blockiert.

Laschet ohne Verständnis für Demos

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet zeigte auf dem CSU-Parteitag am Samstag in Nürnberg für die Proteste gegen die IAA kein Verständnis. «Das ist die grünste IAA, die es je gegeben hat», sagte der CDU-Chef. Noch nie sei so viel von Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz die Rede gewesen. «Dass man dagegen noch demonstriert, Straßen blockiert und den Kampf gegen diese Industrie führt, zeigt: Manchen geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Systemveränderung.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: Fußball-Bundesliga: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Musik news

Krautrock-Pionier: «As Long As The Light»: Michael Rother bastelt am Spätwerk

People news

Schauspieler: Mehr als «Das Wunder von Bern« - Peter Lohmeyer wird 60

Musik news

Mit 74 Jahren: US-Rockmusiker Meat Loaf gestorben

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Auto news

Tipp: Unterwegs mit Hund und Fahrrad: Vierbeiner im Anhänger

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Internet news & surftipps

Elektronik: China erlaubt Siltronic-Übernahme durch Globalwafers

Empfehlungen der Redaktion

Regional bayern

Proteste gegen IAA: Polizei setzt Schlagstöcke ein

Wirtschaft

Automesse: IAA-Gegner planen Protest und Blockaden

Regional bayern

Auch am Wochenende Proteste gegen IAA erwartet

Regional bayern

Laschet hat kein Verständnis für Proteste gegen IAA

Inland

Automesse: Proteste gegen IAA: Zusammenstöße und Pfefferspray

Wirtschaft

Autoindustrie: Der Protest verfolgt die IAA - Warnung vor Gewalt

Wirtschaft

Messen: Autogegner rufen zu IAA-Blockaden auf

Regional niedersachsen & bremen

Unbekannte beschmieren Haus von VW-Chef