EU soll Behörde für Kampf gegen Geldwäsche bekommen

10.07.2021 Im Kampf gegen Geldwäsche will die EU-Kommission nicht nur eine Bargeldobergrenze einführen, sondern auch eine neue Überwachungsbehörde aufbauen. Die Grenze soll 10 000 Euro sein.

Im Kampf gegen Geldwäsche will die EU-Kommission nicht nur eine Bargeldobergrenze einführen, sondern auch eine neue Überwachungsbehörde aufbauen. Foto: Silas Stein/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Kampf gegen Geldwäsche will die EU-Kommission nicht nur eine Bargeldobergrenze einführen, sondern auch eine neue Überwachungsbehörde aufbauen.

Dokumenten zufolge, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, soll die «Anti-Money Laundering Authority (AMLA)» bei Verstößen gegen EU-Regeln sogar eigenständig Finanzsanktionen verhängen können. Zudem ist vorgesehen, dass sie die nationalen Aufsichtsbehörden koordiniert und sie dabei unterstützt, ihre Wirksamkeit bei der Durchsetzung des europäischen Regelwerks zu erhöhen.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die EU-Kommission für Zahlungen eine einheitliche Bargeldobergrenze von 10 000 Euro einführen will. Zudem beinhaltet das geplante Maßnahmenpaket gegen Geldwäsche auch den Vorschlag, die Vorschriften für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen zu verschärfen. Dazu wird zum Beispiel die Zahlungsabwicklung gezählt.

Im Europaparlament stoßen die Planungen der EU-Kommission auf gemischte Reaktionen. So begrüßt der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber das Vorhaben, eine neue Überwachungsbehörde aufzubauen. «Wir haben gesehen, dass die Europäische Bankenaufsicht mit der Geldwäscheaufsicht überfordert ist», kommentierte er.

Hunderte Milliarden Euro in verdächtigen Transaktionen

Zugleich kritisiert der wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion die geplante Bargeldobergrenze. «Nicht jeder Bargeldkauf ist ein Geldwäscheverdachtsfall und man kann auch mit niederschwelligeren Methoden gegen Geldwäsche vorgehen», sagte Ferber. Die Kommission täte gut daran, die nationalen Befindlichkeiten zu berücksichtigen und es den Mitgliedstaaten zu überlassen, ob und in welcher Höhe es Bargeldobergrenzen gebe.

Nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofes werden in der EU jährlich Milliardenbeträge aus kriminellen Geschäften in die reguläre Wirtschaft eingespeist, um den illegalen Ursprung der Erträge zu verschleiern. Die europäische Polizeibehörde Europol schätze den Wert verdächtiger Transaktionen innerhalb Europas auf zuletzt Hunderte Milliarden Euro.

Die EU-Kommission will die Pläne in eineinhalb Wochen vorstellen. Dann müssen die Mitgliedstaaten und das Europaparlament über die Umsetzung entscheiden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

EM: Kein Ende der Corona-Sorgen: Handballer weiter dezimiert

Job & geld

Unter 33.000 US-Dollar: Bitcoin setzt Sinkflug fort

People news

Spanisches Königshaus: Infantin Cristina trennt sich von Ehemann

People news

Auszeichnung: Akademie der Künste nimmt Lars Eidinger auf

People news

Literatur: Joan Didions letztes Buch erscheint im Februar auf Deutsch

Auto news

Jeep Renegade/Compass Upland: Neue Ausstattung als Sondermodell

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Verzicht auf Mobilfunk-Auktion? Behörde deutet Änderung an

Das beste netz deutschlands

Open Food Facts: App-Tipp: Barcodescanner für Lebensmittel

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Kriminalität: Bargeldgrenze: Brüssel will Geldwäsche an den Kragen

Ausland

Streit in der EU: Orban stellt Bedingungen für Annahme von EU-Corona-Hilfen

Ausland

Europäische Union: EU soll wegen Corona-Schulden neue Einnahmequellen bekommen

Wirtschaft

Steuervermeidung: EU startet Gesetzgebung zur globalen Mindeststeuer

Wirtschaft

Neue Mindeststeuer: EU-Pläne für Digitalsteuer auf Eis gelegt

Ausland

Europa: EU soll Sanktionsinstrument gegen Druck von Außen bekommen

Internet news & surftipps

Internet: EU-Länder einigen sich auf Vorgaben für Internet-Riesen

Wirtschaft

Kommission: EU für höhere Kapitalanforderungen für Versicherer