Studie: Weniger Corona-Skeptiker als im Pandemie-Jahr 2020

07.12.2021 Nach einer aktuellen Studie gab es noch im Sommer viele Thüringer, die das Coronavirus nicht ernst nahmen. Doch auch einen gewissen Lerneffekt legen die Daten nahe.

FFP2-Masken mit CE-Zertifizierung liegen auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch fast zwei Jahre nach dem Ausbrechen der Pandemie halten viele Thüringer das Coronavirus für ähnlich harmlos wie eine Grippe oder die in Medien beschriebenen Gefahren für übertrieben. Das geht aus dem aktuellen Thüringen-Monitor hervor, den die Jenaer Politologin Marion Reiser am Dienstag nach einer Kabinettssitzung vorstellte. Demnach verharmlost etwa ein Viertel der Erwachsenen das Virus. Dies sei ein «beachtlicher Teil» der Bevölkerung, sagte sie. Die Daten zeigten aber auch, dass die Zahl der Corona-Skeptiker im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sei.

Reiser vermutet, dass 2020 noch viele Menschen das Virus falsch eingeschätzt hatten, weil Thüringen von der ersten Welle nur wenig betroffen gewesen war. Diese Menschen könnten ihre Einschätzung nun nach anderen Erfahrungen angepasst haben.

Während im Jahr 2020 noch 35 Prozent der Befragten das Coronavirus für nicht schlimmer als eine Grippe hielten, sahen dies im Sommer 2021 nur noch 22 Prozent so. Auch der Anteil der Befragten, die glauben, dass die Gefahren, die von dem Virus ausgehen, von den Medien übertrieben werden, sank - von 53 Prozent im vergangenen Jahr auf 43 Prozent in diesem Jahr.

Der Thüringen-Monitor ist eine jährlich durchgeführte Studie zur politischen Kultur und zu rechtsextremen oder rassistischen Einstellungen der Menschen im Freistaat. Im zweiten Jahr in Folge legte der Thüringen-Monitor den Fokus auf die Corona-Pandemie, wobei die Befragungen in beiden Jahren im Sommer stattfanden, als die Infektionszahlen in Thüringen sehr niedrig waren.

Reiser wies bei den Corona-Skeptikern auf einen Zusammenhang mit einem geringen Vertrauen gegenüber der Bundes- und Landesregierung sowie dem Robert Koch-Institut hin. Zudem zeigten die Ergebnisse, dass Thüringerinnen und Thüringer, die sich selbst als politisch rechts oder besonders rechts einordneten, auch deutlich häufiger corona-skeptische Einstellungen haben als die anderen Menschen im Freistaat.

«Allerdings ist im Vergleich zum letztjährigen Thüringen-Monitor ein Rückgang der Überlappung von rechtsextremen und corona-skeptischen Einstellungen zu beobachten», sagte Reiser. Demnach seien nur noch ein Drittel der rechtsextrem eingestellten Thüringer auch Corona-Skeptiker, während es im vergangenen Jahr noch zwei Drittel waren. Umgedreht waren in diesem Jahr rund 16 Prozent der Corona-Skeptiker auch rechtsextrem, während dieser Anteil im vergangenen Jahr rund ein Drittel betrug.

Der Thüringer CDU-Fraktionschef Mario Voigt teilte mit, es sei offenkundig, dass «die AfD und andere rechtsextreme Gruppen damals wie heute versuchen, sich die Unzufriedenheit der Thüringer über die persönlichen Einschränkungen und das schlechte Pandemiemanagement der rot-rot-grünen Landesregierung zunutze machen». Nicht jeder sei rechtsextrem, der gegen die Corona-Regeln demonstriere. «Aber nicht wenige lassen sich - teils unbewusst - vor einen Karren spannen, der nur eine Richtung kennt: Den Staat verächtlich zu machen, Misstrauen gegenüber den staatlichen Institutionen zu sähen und das Vertrauen in die Demokratie und die Erkenntnisse der Wissenschaft zu untergraben», so Voigt.

© dpa-infocom GmbH

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