Thüringer Corona-Inzidenz über 1000

03.12.2021 Thüringen reißt bei der Corona-Inzidenz die Marke von 1000. Besonders Kinder und Jugendliche sind weiter stark von Corona-Infektionen betroffen. Für die Jüngeren soll es nun bald Schutz geben.

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringen hat bei der Corona-Inzidenz als zweites Bundesland nach Sachsen die Marke von 1000 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 1013,6 wöchentliche Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Kinder im Schulalter waren nach Daten des Thüringer Gesundheitsministeriums zuletzt besonders von Corona-Infektionen betroffen, ihre Infektionszahlen lagen weit über den Werten in anderen Altersklassen. In allen Altersgruppen außer bei den Über-80-Jährigen erreichten die Inzidenzen demnach die höchsten Stände seit Beginn der Pandemie.

Am Freitag kamen den Daten zufolge 3896 Neuinfektionen und 34 Todesfälle hinzu. Besonders stark betroffen ist der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit einer Inzidenz von 1614,5.

Die Impfungen nahmen hingegen weiter an Fahrt auf. Alleine am Donnerstag waren über 26.000 Spritzen gesetzt worden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das waren in etwa so viele, wie Anfang November noch in einer ganzen Woche verimpft worden waren. Den größten Anteil an den aktuellen Zahlen haben die rund 20.500 Auffrischungsimpfungen. Rund 15 Prozent der Thüringer Bevölkerung ist demnach bereits geboostert.

Auch Kinder von fünf bis elf Jahren sollen nun rasch in die Impfkampagne eingebunden werden. Schon vor Weihnachten sollen sie an den Impfstellen in Erfurt (Katholisches Krankenhaus), Gera, Leinefelde und Sömmerda den Kinderimpfstoff von Biontech/Pfizer erhalten. Erste Termine für den angepeilten Startschuss ab 15. oder 15. Dezember sollen ab 8. Dezember im zentralen Impfportal www.impfen-thueringen.de buchbar sein. Nach Weihnachten sollen Kinder landesweit geimpft werden. Bis Ende Januar könnten den Angaben zufolge rund zwei Drittel der etwa 130.700 impfberechtigten Kinder in der Altersgruppe ihre Erstimpfung erhalten haben. Hinzu kämen etwa 35.000 Zweitimpfungen.

Auch rund 100 Thüringer Hausarztpraxen wollen sich nach Angaben des Hausärzteverbandes an den Kinderimpfungen beteiligen. Dabei gehe es hauptsächlich um Praxen im ländlichen Raum, die bereits jetzt schon Kinder behandeln und auch impfen. Die Auslieferung der Impfstoffe an die Praxen starte am 13. Dezember. Ab dann soll auch das Land den Impfstoff erhalten.

In der vierten Corona-Welle sind nach einer ersten Erhebung des Gesundheitsministeriums in Thüringen seit August 571 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Bei 393 von ihnen sei der Impfstatus klar gewesen. Davon seien 57 Prozent gar nicht und fünf Prozent nicht vollständig geimpft gewesen - 38 Prozent seien vollständig geimpft gewesen. Wie viele davon bereits eine Auffrischungsimpfung erhielten, war nicht ausgewiesen.

Den Angaben zufolge entfiel der allergrößte Teil der Todesfälle - nämlich 487 - auf Menschen im Alter von über 70 Jahren. In dieser Altersklasse liegt die Impfquote weitaus höher als in der Gesamtbevölkerung. In Thüringen etwa waren in der Altersklasse über 60 laut RKI-Zahlen vom Freitag 83 Prozent vollständig geimpft.

Auf eine große Zahl von Menschen mit vollständigem Impfschutz kommt den Daten zufolge also generell ein kleinerer Anteil an Todesopfern als bei den wenigen Menschen dieser Altersklasse ohne vollständigen Impfschutz. Als vollständig geimpft gelten demnach alle Menschen, die eine Zweitimpfung mit Astrazeneca, Biontech oder Moderna erhalten haben, oder die einmal mit Johnson & Johnson geimpft wurden.

Mediziner und Wissenschaftler erklären seit Monaten, dass die in Europa zugelassenen Corona-Impfstoffe wirksam vor einer schweren Covid-19-Erkrankung oder gar dem Tod im Zusammenhang mit dieser Krankheit schützen - auch wenn sie keinen 100-prozentigen Schutz böten. Vor allem für ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen könne von einer Corona-Infektion ein hohes Risiko ausgehen. Das gelte insbesondere dann, wenn die Grundimmunisierung schon mehrere Monate her ist.

© dpa-infocom GmbH

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