Verlegung acht weiterer Patienten aus Thüringen angedacht

02.12.2021 Am Donnerstag lagen bei der sogenannten Kleeblatt-Leitstelle in Jena Anfragen für die Verlegung weiterer acht Corona-Patienten aus Thüringen in andere Bundesländer vor - vorwiegend aus dem Südwesten und Osten des Landes. Sie ist für die landesweite Verlegung und Koordinierung der Transporte von Intensivpatienten zuständig. «Wir müssen zusehen, dass wir dieses Situation möglichst schnell beherrschen und auch wieder einstellen», sagte der Jenaer Ordnungsdezernent Benjamin Koppe. Das gehe nur, indem man das Infektionsgeschehen eindämme.

Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kleeblattregion Ost laufe über, warnte auch der Leiter der Jenaer Feuerwehr, Peter Schörnig. «Wir können davon ausgehen, dass auch die anderen Länder, die noch nicht überfordert sind, in absehbarer Zeit in eine ähnliche Situation kommen.» Wie es dann weitergehe, sei momentan noch nicht abzusehen.

Aktuell könnten zehn Patienten innerhalb von zwei Tagen mithilfe zweier Rettungshubschrauber und mehrerer Intensivtransportwagen verlegt werden, sagte Leitstellen-Leiter Marko Glätzer. Allerdings brauche es eine Vorlauf- und Anfahrtszeit. Für die Luftrettung sei das Wetter entscheidend. «Auch das kann dafür sorgen, dass wir relativ schnell an unsere Grenzen stoßen», erläuterte er. «Es kann momentan keine Rede davon sein, dass es in irgendeiner Form abebbt.»

In jüngster Zeit habe man zahlreiche Patienten ausfliegen müssen, sagte Ordnungsdezernent Koppe. «Und es ist damit zu rechnen, dass wir in kurzer Zeit eine Situation kommen, wo das noch zunimmt.» Um kurzfristig dafür gerüstet zu sein, müsse der Freistaat den Katastrophenfall ausrufen, wie etwa in Bayern bereits geschehen. Es brauche zudem «harte Maßnahmen». Die rechtlichen Möglichkeiten zur Eindämmung des Virus würden dem Infektionsgeschehen in Thüringen aktuell nicht gerecht.

Das Jenaer Uniklinikum selbst ist, was die Aufnahmekapazitäten von Patienten anbetrifft, den Informationen zufolge «kurz davor zu triagieren». Die Unterstützung durch die Bundeswehr sollte deutlich ausgeweitet werden «weil die Situation sich dramatisch zuspitzt», sagte Koppe. Man wisse außerdem sehr gut, dass man genau um die Weihnachtszeit in eine Situation komme, in der die Kapazitätsgrenzen erreicht sind. «Ich mache mir große Sorgen.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Technologie: Autonomes Fahren: Bosch kooperiert mit VW

Tv & kino

RTL-Show: Rassistische Aussage: Youssefian aus Dschungelcamp geworfen

Gesundheit

Corona und kein Ende: Warum wir pandemiemüde werden, aber wach bleiben sollten

Internet news & surftipps

Umwelt: Gegen die Wegwerfgesellschaft

Sport news

Europameisterschaft: Kraftakt für deutsche Handballer beim letzten EM-Auftritt

People news

Corona-Pandemie: Neil Young droht Streaming-Riese Spotify mit Rückzug

Internet news & surftipps

Internet: Facebook-Konzern baut großen KI-Supercomputer

People news

Haute Couture: Charlotte Casiraghi mit Pferd auf Chanel-Laufsteg

Empfehlungen der Redaktion

Regional thüringen

Einige Tausend Menschen bei Corona-Protesten in Thüringen

Regional sachsen

Corona-Zahlen in Sachsen steigen: Mediziner fordert Lockdown

Regional sachsen

Krankenhaus-Koordinator Albrecht fordert 14-Tage-Lockdown

Regional sachsen

KGS rechnet mit Verlegung von Corona-Patienten

Regional thüringen

Werner: Ende November 300 Covid-Intensivpatienten möglich

Regional thüringen

Weitere Covid-19-Patientin in Niedersachsen gelandet

Inland

Pandemie: Intensivmediziner: «Corona-Lage ist sehr besorgniserregend»

Regional thüringen

Arzt: Bei wenig Impfungen wieder viele Klinikfälle möglich