Justiz arbeitet gegen Pensionswelle an: 184 Einstellungen

01.12.2021 Mehr als die Hälfte der Thüringer Richter und Richterinnen wird in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Das stellt die Justiz vor einer Herausforderung.

Ein Justizbeamter. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Generationswechsel in der Thüringer Justiz stellt weiterhin eine bedeutende Herausforderung dar. Die Personalentwicklung ist aus Sicht von Justizminister Dirk Adams in diesem Jahr mit Blick auf die Situation aber zufriedenstellend verlaufen. 2021 seien in der Justiz 184 Personen neu eingestellt worden - mehr denn je, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Erfurt. Man habe «ein Rekordjahr» zu verzeichnen.

Vor allem in den besonders von dem Generationswechsel betroffenen Staatsanwaltschaften und in den Gerichten hätten 2021 Anwärter und Anwärterinnen ihren Dienst aufgenommen. So wurden etwa 52 Proberichter und -richterinnen eingestellt. Auch würden 30 neue Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger aktuell ausgebildet. «Das ist dreimal so viel wie im Jahr 2017», sagte Adams. Unter anderem seien auch 16 neue Wachtmeisterposten besetzt worden.

Für 2022 seien bereits acht neue Einstellungen für Proberichter und Proberichterinnen vorbereitet worden. Weitere seien angedacht. «Es ist wichtig, dass wir auch weiterhin auf diesem hohen Niveau bleiben», sagte Adams. «Die größte Schwierigkeit, die wir dabei haben, ist die Frage, ob wir hinreichend geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden werden.»

Thüringen steht vor einer Pensionswelle in Gerichten und Staatsanwaltschaften. In den kommenden zehn Jahren wird mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Richter und Richterinnen sowie der Staatsanwälte und Staatsanwältinnen in den Ruhestand gehen. Neueinstellungen sind somit zwingend erforderlich.

Die Probe für den Beruf des Richters oder der Richterin dauert drei bis fünf Jahre. In der Zeit werden die Urteile der zukünftigen Rechtssprechenden kontinuierlich begleitet und beurteilt, sagte Adams. So könne gewährleistet werden, «dass wir Menschen in den Dienst stellen, die mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz stehen».

2021 habe man alle Stellen, die frei wurden, gleich wieder besetzen können. Bereits in drei Jahren, also 2024, sowie in den Jahren 2029 bis 2031 sei aber mit besonders hohen Abgangszahlen zu rechnen. Sollten dann noch Menschen frühzeitig in den Ruhestand gehen, dann werden diese Jahre insbesondere sehr anspruchsvolle Jahre, sagte Adams. Man werde hier «noch einmal Schippe dazulegen müssen».

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Videospiele: Microsoft kauft Spielefirma Activision Blizzard

Sport news

Turnier in Ungarn und Slowakei: Handball-EM im Würgegriff von Corona - Sorgen in der Liga

Internet news & surftipps

Forschungszentrum: Quantensprung: Start für neuen Computer in Jülich

Job & geld

Umfrage: Echtzeitüberweisung einem Teil der Bankkunden unbekannt

Internet news & surftipps

Europol: Ermittler schalten Netzwerk von Cyber-Kriminellen aus

Musik news

Wettbewerb: Wer vertritt Deutschland beim ESC? Publikum entscheidet

People news

Menschenrechte: Meghan und Harry verteilen Essen am Martin Luther King Day

Tv & kino

Berlinale: Teddy Award mit geladenen Gästen - keine Party

Empfehlungen der Redaktion

Regional thüringen

Oberlandesgericht arbeitet mit elektronischen Akten

Regional hessen

Landgericht geht wegen Richtermangel in die Offensive

Regional niedersachsen & bremen

Digitales Gericht: Wie sich die Arbeit der Justiz verändert

Regional sachsen anhalt

Justiz lässt Staatskasse von Geldauflagen profitieren

Regional thüringen

Rechtsanwaltskammer: Videoverhandlungen noch die Ausnahme

Regional thüringen

Gerichtsvollzieher: «Emotionale Zündschnur wird kürzer»

Regional thüringen

Stellenportal soll Bürokratie bei Lehrer-Bewerbungen abbauen

Regional berlin & brandenburg

Wieder Impfungen für Beschäftigte in Berliner Gerichten