Arbeitslosigkeit auf Rekord-Tief

30.11.2021 Auf dem Thüringer Arbeitsmarkt scheint die Corona-Krise kaum noch eine Rolle zu spielen: Im November gab es im Freistaat so wenig Arbeitslose wie noch nie seit 1991. Doch für viele Firmen gibt es ein Problem.

Ein Schild steht vor einem Standort der Agentur für Arbeit. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Thüringen ist die Zahl der Arbeitslosen im November auf einen Tiefstwert seit 1991 gefallen. Rund 53.100 Menschen waren im November im Freistaat ohne Job - und damit noch einmal 1400 weniger als im Oktober, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag mitteilte. «Die saisonübliche Herbstbelebung hält länger an und fällt kräftiger aus als in den Jahren vor der Pandemie», sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

Auch die Arbeitslosenquote lag mit 4,8 Prozent auf einem Tiefststand. Nach Angaben der Agentur lag dieser Wert im Ländervergleich noch unter den Quoten von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen und unter allen anderen ostdeutschen Ländern.

Zu den Gründen für diese Allzeit-Tiefs trotz Corona-Krise gehörten die demografische Entwicklung und die stabile Nachfrage nach Fachkräften. Es gebe 22.700 offene Stellen, die Unternehmen müssten immer häufiger Altersabgänge ihrer Mitarbeiter kompensieren, erläuterte Behrens.

Bereits im Oktober hatte der Arbeitsmarkt in Thüringen die Corona-Krise weitgehend hinter sich gelassen und zum Niveau vor Beginn der Pandemie zurückgefunden.

«Eine echte Herausforderung für Unternehmen bleiben etwa Liefer- und Rohstoffengpässe, aber in zunehmenden Maße auch die pandemiebedingte Zurückhaltung im Konsumverhalten der Verbraucher. Das kann in den betroffenen Branchen zu einer stärkeren Inanspruchnahme der Kurzarbeit führen», sagte Behrens. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit werde sich in den Wintermonaten erfahrungsgemäß verlangsamen, einen echten Rückschlag für den Thüringer Arbeitsmarkt erwarte er aber nicht.

Die Erfurter IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch nannte die Suche nach geeignetem Personal die größte Herausforderung für die Unternehmen. «Während sich im September des vergangenen Jahres 48 Prozent der Firmenchefs im Bereich der IHK Erfurt durch den Fachkräftemangel beeinträchtigt sahen, sind es in diesem Herbst bereits 66 Prozent», sagte Haase-Lerch. Davon betroffen seien nahezu alle Branchen. «Fehlende Fachkräfte drohen zum Nadelöhr für die konjunkturelle Erholung und das Wachstum in den nächsten Jahren zu werden.»

Der Verband der Wirtschaft Thüringen (VWT) bezeichnete die hohe Zahl unbesetzter Stellen als «problematisch». «Erfreulich ist, dass alle Zielgruppen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt wieder Fuß fassten und dass sich insbesondere die Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen und Ausländerinnen und Ausländern deutlich verbessert hat», sagte VWT-Hauptgeschäftsführer Stephan Fauth.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen forderte mehr Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung. «Die geplante Ausbildungsgarantie kann hilfreich dabei sein, mehr jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen», sagte DGB-Landeschef Michael Rudolph. Mit Blick auf die Pläne der sich bildenden Ampel-Koalition im Bund lobte Rudolph auch Pläne, die arbeitsmarktbezogenen Weiterbildung auszubauen. Zugleich lehnte er eine «Aufweichung» des Arbeitszeitgesetzes ab. «Die Arbeit beispielsweise in Hotels- und Gaststätten wird so definitiv nicht attraktiver», sagte Rudolph.

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