Ansturm auf Impfstellen: Inzidenz steigt ungebremst

28.11.2021 Lange Schlangen und stundenlange Wartezeiten: Der Andrang bei den Corona-Schutzimpfungen in Thüringen war am Wochenende riesig. Indes spitzt sich die Pandemie-Lage weiter zu.

Ein Schild weist den Weg zu einem Impfzentrum. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die besorgniserregende Pandemiewelle und die neuen strengen Corona-Regeln haben in Thüringen zu einen Ansturm auf Impfstellen und Arztpraxen geführt. Am Wochenende seien landesweit rund 12 800 Menschen geimpft worden, sagte Jörg Mertz, Impfmanager der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Rund die Hälfte davon seien Erstimpfungen gewesen.

Die regionalen Impfstellen, die samstags eine Spritze ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten, seien regelrecht überrannt worden, sagte Mertz. Mancherorts wie in Mühlhausen hätten Impfwillige bereits vier Stunden vor Beginn der landesweiten Aktion um 7.30 Uhr ausgeharrt. Verimpft wurden Dosen von Moderna und Johnson & Johnson. Auch niedergelassene Ärzte hatten am Samstag Erst- und Auffrischungsimpfungen angeboten. Am Sonntag erhielten laut Mertz in der Impfstelle in Gera knapp 450 Menschen eine Auffrischungsimpfung.

Bei den Erstimpfungen sei das Vakzin von Johnson & Johnson stark nachgefragt und die vorhandenen Dosen bereits vor Schließung der Impfstellen am Samstag aufgebraucht gewesen, sagte Mertz. Bei Impfungen mit diesem Präparat ist nur eine Spritze nötig. Das Land orderte daher beim Bund nach und bekommt in der neuen Woche laut dem Gesundheitsministerium 50.000 zusätzliche Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson.

Diese Zusage habe Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Samstag von dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhalten, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die zusätzlichen Dosen seien für die künftigen Impfaktionen ohne Termin sowie für weitere Termin-Impfungen in den regionalen Impfstellen vorgesehen. Wegen knapper Biontech/Pfizer-Lieferungen vom Bund hatte Thüringen bereits angekündigt, ab dem 1. Dezember über 30-Jährige bei ihren Terminen in den Impfstellen mit dem Vakzin von Moderna zu impfen.

Indes steigt die Corona-Inzidenz im Freistaat weiter ungebremst an. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Sonntag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 878,4 (Vortag: 852,8). Das ist nach Sachsen (1205,5) bundesweit der zweithöchste Wert. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Thüringen 2202 neue Covid-19-Fälle. Neun weitere Menschen starben in Zusammenhang mit Corona.

Inzwischen weisen im Freistaat sieben Landkreise und die Stadt Gera eine Inzidenz von über 1000 aus. Mit 1486,6 ist Stand Sonntag die Corona-Ansteckungsrate landesweit im Kreis Sonneberg am höchsten.

Aufgrund überlasteter Krankenhäuser im Freistaat wurden in den vergangenen Tagen bereits erste Intensivpatienten mit Covid-19 nach Niedersachsen verlegt. Die für Corona-Beschränkungen wichtige Hospitalisierungsinzidenz lag in Thüringen zuletzt bei 19,4. Der Wert beschreibt die Zahl der neu in Krankenhäuser eingelieferten Covid-Patienten je 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

In Thüringen gelten aufgrund der hohen Pandemiewelle seit Donnerstag strenge Corona-Regeln unter anderem mit Schließungen, nächtlicher Ausgangssperre für Ungeimpfte und einer Sperrstunde in der Gastronomie. Hunderte Menschen hatten sich am Wochenende in Eisenach, Weimar und Sondershausen zu unangemeldeten Corona-Protesten versammelt.

© dpa-infocom GmbH

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