Im zweiten Anlauf: Jenoptik verkauft Militärtechniksparte

25.11.2021 Seit mehr als zwei Jahren sucht der Jenoptik-Vorstand für die Militärtechnik-Sparte des Konzerns einen Käufer. Nun scheint er gefunden. Hunderte Beschäftigte sind betroffen.

Das Logo des Unternehmens «Jenoptik». Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jenoptik trennt sich von seiner Militärtechniksparte Vincorion mit rund 800 Beschäftigten. Der Bereich soll an einen Fonds des britischen Finanzinvestors Star Capital Partnership gehen, teilte das börsennotierte Thüringer Unternehmen am Donnerstag in Jena mit. Den Unternehmenswert von Vincorion bezifferte Jenoptik auf rund 130 Millionen Euro. Der Abschluss werde für die zweite Jahreshälfte 2022 erwartet und stehe unter dem Vorbehalt der Behörden-Genehmigung. Über Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

Für die Militärtechnik-Sparte war seit Mitte 2019 ein Käufer gesucht worden, weil der Jenoptik-Vorstand den Thüringer Technologie-Konzern auf sein Kerngeschäft mit Optik und Lasern konzentrieren will. Anfang 2020 war die Verkaufsaktion zunächst auf Eis gelegt worden, weil Interessenten nach Vorstandsangaben zu wenig boten.

Die Sparte, von der sich Jenoptik jetzt trennt, erzielte 2020 einen Umsatz von rund 152 Millionen Euro. Sie gilt bisher als recht stabil, was Umsatz, Aufträge und Arbeitsplätze angeht. Jenoptik verkauft damit einen nicht unerheblichen Teil seines in diesem Jahr angepeilten Konzernumsatzes von 880 bis 900 Millionen Euro.

Vincorion umfasst die Fertigung von Wehrtechnik - dazu gehören Komponenten für Schützenpanzer, Kampfjets oder Raketenabwehrsysteme - sowie den mechatronischen Bereich von Jenoptik. Vorstandschef Stefan Traeger bezeichnete den Verkauf als Meilenstein auf dem Weg von Jenoptik zu einem gobal agierenden Photonik-Konzern. Er erwarte, dass sich die Transaktion positiv auf die Ertragslage und Finanzierungskraft von Jenoptik auswirke.

Thüringen ist Mitaktionär von Jenoptik über eine Beteiligungsgesellschaft des Landes. Teile der regierenden Linken hatten das Militärgeschäft kritisch gesehen. Jenoptik beschäftigt insgesamt rund 4300 Mitarbeiter.

© dpa-infocom GmbH

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