Kritik an Spahns Impf-Organisation

21.11.2021 Die Corona-Pandemie spitzt sich zu, und die Impfkampagne nimmt durch die Booster-Impfungen Fahrt auf. Doch damit Moderna-Impfstoffdosen nicht verfallen, sollen sie nun bevorzugt statt jene von Biontech/Pfizer verabreicht werden. Das stößt auf Kritik.

Hausarzt Ulf Zitterbart (l) bespricht mit einer Patientin die Impfung in seiner Praxis. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Thüringen sind die Pläne des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers, die Lieferungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer zu begrenzen, auf massive Kritik gestoßen. «Unser Engagement in der Pandemie wird mit Füßen getreten!», erklärte der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverbandes, Ulf Zitterbart. Hunderttausende Impftermine seien bis Weihnachten vergeben, fast alle für Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Nun sei vom Bundesgesundheitsministerium mitgeteilt worden, dass nur noch 30 Impfdosen pro Woche und Arzt verabreicht werden könnten.

«Das schaffen manche Teams in einer Impf-Sprechstunde in 90 Minuten», monierte Zitterbart. Es sei Zeit für Umplanungen. «Wir liefern, Herr Spahn nicht», so Zitterbart.

Das Bundesgesundheitsministerium unter Führung von Jens Spahn (CDU) hatte am Freitag betont, dass bis Jahresende genug Impfstoff für Booster-Impfungen zur Verfügung stehe. Nachdem das Präparat von Biontech bisher mehr als 90 Prozent der Bestellungen ausmache, solle aber vermehrt Moderna eingesetzt werden. Dies solle sichern, dass kurzfristig ausreichend Impfstoff verfügbar sei.

Zudem verfielen eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022, was aber vermieden werden müsse. Praxen sollen deshalb vorerst maximal 30 Dosen von Biontech pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen.

Auch Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sieht das Vorgehen des Bundesgesundheitsministeriums einem Medienbericht zufolge kritisch. «Die Kürzungen sind auch vor dem Hintergrund der bereits getätigten Vorbereitungen und umfangreichen Anstrengungen zur Erhöhung der Impfkampagne nicht hinnehmbar», sagte Werner den Zeitungen der Funke Medien Thüringen.

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