Ramelow erwartet Gespräch mit Stellantis-Konzernchef

02.11.2021 Die deutschen Opel-Werke sollen erhalten bleiben, aber zwei von ihnen gleichzeitig ausgegliedert werden. Was bleibt dann von dem Traditionsunternehmen? Diese Frage treibt nicht nur die Belegschaften um.

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, spricht. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rechnet in nächster Zeit mit einem Treffen der Regierungschefs der Opel-Länder mit Stellantis-Chef Carlos Tavares. «Wir haben die Zusage, dass es das Gespräch geben wird», sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Zu Termin und Ort des Treffens der Länderchefs von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie eines Vertreters der Bundesregierung mit Tavares wolle er sich öffentlich jedoch nicht äußern.

Ramelow stellte zudem in Aussicht, dass es auf einer zweiten Ebene ein Gespräch der Wirtschaftsminister der drei Bundesländer mit Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz geben soll. Der hatte jetzt den Erhalt der Opel-Werke Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern zugesagt. «Ich bin nicht davon ausgegangen, dass Eisenach geschlossen wird», sagte Ramelow. Nach wie vor seien jedoch eine Reihe von Frage offen.

Es gehe im Fall von Eisenach beispielsweise um die Einhaltung der Zusage, dass der geliftete SUV Grandland X nach dem derzeitigen Produktionsstillstand in verschiedenen Varianten exklusiv in Thüringen gebaut werde. Die Belegschaft wolle auch wissen, «wann läuft die Produktion mit welchem Produkt wieder an». Zudem beschäftige die Arbeitnehmer in Eisenach und Rüsselsheim die Frage, was vom Unternehmen Opel bleibe, wenn zwei Werke ausgegliedert würden.

Hochgeschurtz hatte in einem Interview mit den Zeitungen der VRM-Gruppe am Montag gesagt, der Opel-Mutterkonzern Stellantis prüfe weiter die rechtliche Ausgliederung der Produktionswerke in Rüsselsheim und Eisenach aus dem deutschen Opel-Verbund. «Die Werke würden doch unverändert Teil des Stellantis-Konzerns bleiben. Die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelten weiter», sagte er.

Ramelow sprach von einer Hängepartie für die Beschäftigten. «Wer sein Stammpersonal halten will, muss klare Aussagen treffen.» Nach der Übernahme von Opel habe es für den PSA-Konzern viel Vertrauensvorschuss gegeben. Dieser sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden, so Thüringens Ministerpräsident.

Betriebsrat und IG Metall haben die Ausgliederungspläne als Anfang der Zerschlagung von Opel bewertet und starken Widerstand angekündigt. Opel ist die einzige deutsche Marke im Autokonzern Stellantis, der zu Jahresbeginn aus der Peugeot-Mutter PSA und Fiat-Chrysler entstanden ist.

© dpa-infocom GmbH

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