Holzeinschlag wird nicht wegen der Preise forciert

31.10.2021 Thüringens Landesforstanstalt kommt jährlich auf einige hunderttausend Festmeter Holz, die eingeschlagen werden. Das müsste angesichts hoher Weltmarktpreise für satte Gewinne sorgen, oder?

Ein Mischwald (Luftaufnahme mit einer Drohne). Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringens Landesforstanstalt profitiert als Lieferant von Rohholz nach eigener Aussage nicht von den sprunghaft gestiegenen Weltmarktpreisen für Bau- und Möbelholz. Diese würden nur für Schnittholz gelten, sagte der Sprecher von Thüringenforst, Horst Sproßmann, auf Anfrage. «Die Waldbesitzer haben sich mit ihrem Rohholz bisher keine goldene Nase verdient.»

Thüringenforst werde den Holzeinschlag wegen der Marktentwicklung auch nicht forcieren, sondern sich weiter vor allem darauf konzentrieren, von Borkenkäfern und Trockenheit angegriffene Bäume zu fällen: «Waldsanierung hat für uns Priorität.»

Nach Angaben von Sproßmann wird in diesem Jahr mit etwa zwei Millionen Festmetern Holz aus dem Staatswald gerechnet, etwas weniger als im Jahr zuvor rund 2,3 Millionen Festmetern. 2020 sei ein Rekordwert gesetzt worden wegen des starken Borkenkäferbefalls und der vielen durch Trockenheit und Sturm geschädigten Bäume. Im Durchschnitt seien im Zeitraum zwischen 2014 bis 2017 nur 1,2 Millionen Festmeter Holz aus den Landesforsten gekommen.

Die große Masse an Schadholz, die seit 2018 anfiel, habe für Defizite in Millionenhöhe bei der Landesforstanstalt gesorgt. In den vergangenen beiden Jahren sei, um die Arbeiten bewältigen zu können, der Einschlag nicht geschädigter Bäume ganz eingestellt worden.

«Der Holzeinschlag ist noch immer zu etwa 80 Prozent bestimmt von Schadholz», sagte Sproßmann. Dieses sogenannte Borkenkäferholz lasse sich kurz nach dem Einschlag auch gut verwenden - vielfach jedoch nur mit Preisabschlägen verkaufen. Während Nadelholz das ganze Jahr über geschlagen werde, beginne jetzt die Saison für Laubholz, die bis April gehe. «Laubholz wird nur geerntet, wenn es ohne Laub ist.» Bei Laubhölzern seien die Preisschwankungen nicht so extrem wie bei Nadelholz.

In den vergangenen drei Jahren habe Thüringenforst «dramatisch wenig eingenommen durch den Holzverkauf», sagte der Sprecher. Allein 2019 habe das Defizit 11,5 Millionen Euro betragen. Für 2020 werde sich der Fehlbetrag wahrscheinlich mindestens verdoppeln. Als staatliche Gesellschaft habe Thüringenforst das Privileg, dass das Loch in der Kasse durch das Land ausgeglichen worden sei. «Wir haben dadurch keine Liquiditätsprobleme.»

Nach Angaben von Sproßmann hat der durchschnittliche Preis für Rohholz pro Festmeter bis 2018 bei etwa 58 Euro gelegen. Danach sei er auf bis zu 33 Euro im Durchschnitt gefallen. In diesem Jahr habe sich der Preis auf im Schnitt 50 bis 55 Euro pro Festmeter erholt. «Derzeit fällt er aber wieder.»

Thüringen gehört zu den waldreichen Bundesländern - die Wälder umfassen rund 550.000 Hektar der Landesfläche. Davon sind rund 200.000 Hektar Staatswald. Die restliche Waldfläche gehört privaten Besitzern sowie Kommunen.

© dpa-infocom GmbH

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