Ärzte-Vereinigung: Mehr Meldungen zu gefälschten Impfpässen

15.10.2021 In Thüringen sind offensichtlich immer mehr gefälschte Impfpässe im Umlauf. Entsprechende Hinweise hätten sich zuletzt gemehrt, teilten die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) und das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Nach Angaben des Pandemie-Stabsleiters der KVT, Jörg Mertz, wurden allein seit Montag mehr als 20 Fälschungen bekannt. Die Zahl habe sich im Vergleich zu den Vorwochen exponentiell erhöht. Seit Montag gibt es auch keine kostenfreien Bürgertests mehr.

Ein Impfbuch liegt auf einem Tisch. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Wir gingen eigentlich davon aus, dass sich nun mehr Menschen impfen lassen», sagte Mertz. Stattdessen habe überraschenderweise die Zahl der gefälschten Impfpässe zugenommen. Menschen versuchten damit, bei Apotheken digitale Impfzertifikate zu erlangen. Diese können dann etwa als Impfnachweis für die Gastronomie genutzt werden.

Die KVT hat nach eigenen Angaben bereits erste rechtliche Schritte eingeleitet. «Die kriminelle Energie, die hinter den Fälschungen steht, ist erschreckend. Wir werden alle Fälle, die uns bekannt werden, zur Strafanzeige bringen», sagte die KVT-Vorsitzende Annette Rommel.

Die Kenntnisse zu Fälschungen im Impfpass und von Impfstempeln hätten zuletzt ein besorgniserregendes Level erreicht, hieß es weiter. Die KVT wies darauf hin, dass sämtliche Stempel für Impfstellen und Impfzentren im Freistaat ausschließlich von ihr in Auftrag gegeben werden.

«Dieses Verhalten ist absolut verantwortungslos und bringt andere in Gefahr», erklärte auch Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Urkundenfälschung sei kein Kavaliersdelikt. Der Straftatbestand kann in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden.

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