Fretterode-Überfall: Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe

15.10.2021 Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen prüft Vorwürfe zur Tatortarbeit von Polizisten nach dem Überfall auf zwei Journalisten im Raum Fretterode. Man prüfe derzeit noch, ob sich ein Anfangsverdacht für weitere Ermittlungen ergebe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen am Freitag.

Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor dem Landgericht Mühlhausen müssen sich derzeit zwei 22 und 27 Jahre alte Männer verantworten, die im April 2018 in Nordthüringen zwei Journalisten angegriffen und schwer verletzt haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung und schweren Raub vor. Die Angeklagten werden der rechtsextremen Szene zugeordnet.

Im Rahmen des Prozesses wurden Vorwürfe gegen Polizisten bekannt, die damals an den ersten Ermittlungen beteiligt waren. Ein Anwalt der Nebenkläger hatte mitgeteilt, dass mehrere Personen unter den Augen von Polizeibeamten Gegenstände aus dem Täterauto nehmen und hineinlegen konnten. Außerdem hätten die Polizisten auf Anweisung der Polizeiinspektion Eichsfeld zwei Stunden gewartet, bevor sie mit Durchsuchungsmaßnahmen begonnen hätten.

Ferner habe sich ein Polizist nach seiner Aussage vor dem Gericht beim Verteidiger eines Angeklagten erkundigt, ob seine Aussage in Ordnung gewesen sei. Wegen dieses Vorwurfs liefen auch interne Ermittlungen bei der Thüringer Polizei, die inzwischen an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden. Nach Angaben des Sprechers der Ermittlungsbehörde werden alle Vorwürfe geprüft.

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