Verband: Schwere Zeit für Jugendherbergen noch nicht zu Ende

09.10.2021 Die Jugendherbergen in Thüringen sehen trotz in diesem Jahr wieder etwas gestiegener Gästezahlen derzeit nur wenig Licht am Ende des Corona-Tunnels. Zwar seien die für Einnahmeausfälle in der Zeit geschlossener Einrichtungen gezahlten Finanzhilfen auskömmlich gewesen, sagte der Landesgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergwerks (DJH), Peter Kraft, der Deutschen Presse-Agentur. «Aber die schwere Zeit ist die nach dem Ende der Hilfen, wenn die Belegung nicht wieder anspringt.» Für die aktuell 16 Häuser in Thüringen sei etwa nicht absehbar, wie sich die ab Montag geltende Testpflicht für die meisten Ungeimpften auf die Buchungslage auswirke.

Eine Laterne mit der Aufschrift "Jugendherberge Germania" steht vor einem Haus. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hier gebe es bei potenziellen Übernachtungsgästen Irritationen, die diese von Buchungen abhalten könne. Die Jugendherbergen im Freistaat setzen nach Angaben Krafts auf die 3G-Regel, wonach nur Geimpfte, Genesene und Getestete übernachten dürfen, bereits flächendeckend um.

Der DJH-Landesverband beschäftigte sich am Samstag in einer Mitgliederversammlung in Lauterbach (Wartburgkreis) mit der aktuellen Situation. In diesem Jahr hoffen die Einrichtungen auf insgesamt rund 94.000 Übernachtungen, was zwar etwas besser als 2020 (84.000) wäre. Vom Niveau des Vor-Pandemie-Jahres 2019, als 251.000 Übernachtungen gebucht wurden, wäre auch das noch weit entfernt.

Dem Verbandsgeschäftsführer zufolge hat die Pandemie mit dazu beigetragen, dass die Jugendherberge in Schwarzburg (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) mit 152 Betten Ende vergangenen Jahres geschlossen wurde. Die Schließung sei zwar schon vorher diskutiert worden, sagte Kraft. «Corona hat das beschleunigt.» Ende 2021 stehe zudem die Schließung des 56-Betten-Hauses in Schnett bei Masserberg (Kreis Hildburghausen) bevor.

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