Bauindustrie: Straße und Schiene keine Gegner

30.09.2021 Die Bauindustrie hat angesichts von Schäden wie an der Salzbachtalbrücke in Wiesbaden vor einer Vernachlässigung von Investitionen in den Verkehrsträger Straße gewarnt. Es wäre «aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Perspektive» schädlich, Schiene und Straße gegeneinander auszuspielen, mahnte Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen, am Donnerstag anlässlich des Straßenbautages in Fulda. «Dies würde zu einer spürbaren Verschlechterung der Verkehrsnetze und damit zu einer Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland insgesamt führen», so Siebert.

Gleise sind vor einem Hauptbahnhof zu sehen. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Straßenbau bedürfe einer «verstetigten Finanzierung und einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Ausschreibungspolitik». In Hessen habe das Auftragsvolumen von Januar bis Ende Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um 5,8 Prozent auf 632,1 Millionen Euro zugenommen. Der Umsatz schrumpfte aber im Jahresvergleich um 9,5 Prozent auf 494,6 Millionen Euro. In Thüringen gaben die Umsätze im gleichen Zeitraum um 7,9 Prozent nach, der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent auf 228,4 Millionen Euro. Der Trend sei klar, so Siebert: «Die Investitionskraft der öffentlichen Hand lässt nach.»

Im vergangenen Jahr seien bundesweit auf der Schiene rund 320 Millionen und in der Binnenschifffahrt rund 188 Millionen Tonnen Güter transportiert worden. Das Transportvolumen auf der Straße sei aber mit 3,2 Milliarden Tonnen etwa zehn Mal so groß gewesen. Das Beispiel der seit Monaten wegen Schäden gesperrten Salzbachtalbrücke zeige den immensen Investitionsstau.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News