LKA will mehr Stellen im Kampf gegen Kinderpornografie

01.09.2021 Staatsanwälte beklagen immer wieder die lange Dauer der Ermittlungen bei Kinderpornografie-Verfahren. Die Auswertung von Festplatten oder USB-Sticks kostet viel Zeit. Die Thüringer Polizei hofft im Kampf gegen diese Form der Kriminalität auf mehr Personal.

Ein Polizeiauto ist mit Blaulicht im Einsatz. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Thüringer Polizei will sich im Kampf gegen Abbildungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern personell besser aufstellen. Das Landeskriminalamt (LKA) habe vier weitere Dienstposten in der sogenannten Zentralen Auswertestelle Kinderpornografie beim Innenministerium beantragt, sagte eine Sprecherin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Ob diese Stellen genehmigt werden, sei derzeit noch unklar.

Ebenso sei noch nicht entschieden, ob der Polizei damit zusätzliches Personal zur Verfügung stehen werde - oder ob im Gegenzug für eine mögliche Verstärkung der Zentralen Auswertestelle Kinderpornografie an anderer Stelle innerhalb der Landespolizei Personal eingespart werden müsse.

Nach Angaben der LKA-Sprecherin arbeiten in dem konkreten Bereich derzeit fünf Beamte als Ermittler. Bei einer Genehmigung aller beantragten Stellen wäre das also fast eine Verdopplung des Personals.

Auch in Thüringen ist die Zahl der Kinderpornografie-Verfahren laut LKA zuletzt immer weiter gestiegen. Während die Kriminalstatistik 2015 noch 164 Fälle wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Inhalten verzeichnete, waren es im vergangenen Jahr 356 derartige Fälle.

Dazu kommt laut LKA, dass in solchen Verfahren immer mehr Datenträger mit einer immer größeren Speicherkapazität sichergestellt werden - was die Ermittler vor große Herausforderungen stellt. Denn die Auswertung dieser Datenträger dauert im Regelfall sehr lange. Thüringer Staatsanwälte haben in den vergangenen Jahren immer wieder beklagt, in den entsprechenden Verfahren geschehe die Auswertung der sichergestellten Festplatten, USB-Sticks und ähnlicher Medien nicht selten erst nach ein bis zwei Jahren oder dauere sogar noch länger.

Die Sprecherin des LKA sagte, durch das stetig enorm wachsende Datenaufkommen lasse sich «eine künftige, termingerechte Auswertung der forensisch gesicherten, elektronischen Datenträger mit dem aktuellen Personalschlüssel nur erschwert bewältigen». Deshalb sei zusätzliches Personal nötig. «Ziel ist es, die Verfahren nach Eingang im Landeskriminalamt Thüringen binnen sechs Monaten auszuwerten.»

Nach früher Angaben des Innenministeriums werden die Daten aus Kinderpornografie-Verfahren nicht nur im Landeskriminalamt bearbeitet, sondern regelmäßig auch in sogenannten Regionalen Beweissicherungseinheiten. Davon gibt es sieben thüringenweit, eine pro Landespolizeiinspektion. Auch die dort eingesetzten Polizisten klagen regelmäßig darüber, es gebe bei ihnen zu wenig Personal.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News