Bahnausbau zwischen Jena und Gera weiter unklar

31.08.2021 Zwischen Jena und Gera fahren Züge noch immer durch ein Nadelöhr. Das will das Land zwar ändern und strebt einen zweigleisigen Ausbau an - tief in die Tasche greifen will Thüringen aber erst mal nicht.

Susanna Karawanskij (Die Linke) spricht. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Schienen-Nadelöhr zwischen Gera und Jena bleibt voraussichtlich zunächst bestehen. Die Thüringer Landesregierung will sich zwar für den komplett zweigleisigen Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung einsetzen - lehnt aber die Übernahme von Investitionskosten weiter ab. «Die Eisenbahn-Infrastruktur ist Bundesangelegenheit, und man kann jetzt nicht die Infrastrukturkosten auf das Land abwälzen», sagte die Staatssekretärin für Infrastruktur, Susanna Karawanskij (Linke), der Deutschen Presse-Agentur.

Karawanskij kritisierte, dass sich der Bund aus der Finanzierung des vollständigen zweigleisigen Ausbaus zurückziehen wolle. Dafür habe sie kein Verständnis. Der Bund dürfe sich hier nicht aus seiner verkehrspolitischen Verantwortung für Investitionen in die Schieneninfrastruktur stehlen, sagte sie.

Mit dem Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung soll die Bahnverbindung zwischen Weimar und Gera zweigleisig werden. Das ist in weiten Teilen abgeschlossen. Auch die Elektrifizierung des Streckenabschnitts zwischen Weimar und Gößnitz werde jetzt umgesetzt, hieß es. Zwischen Jena und Gera gibt es jedoch noch ein Nadelöhr: dort sind die Strecken zwischen Hermsdorf-Klosterlausnitz und Papiermühle sowie zwischen Töppeln und Gera weiter eingleisig.

Die Stadt Gera hatte beklagt, dass das Land rund 180 Millionen Euro für den Ausbau nicht bereitstellen wolle. Das bedeute «einen empfindlichen Rückschlag für ihre jahrzehntelangen Bemühungen um eine bessere Anbindung Ostthüringens an den Fern- und Güterverkehr». Zuvor hatten Medien darüber berichtet, dass Thüringen eine Forderung der Deutschen Bahn, 180 Millionen Euro für den Ausbau beizusteuern, nicht bewältigen könne. Das Ministerium nannte keine Summe.

Karawanskij betonte, nach der Bundestagswahl auf das Bundesverkehrsministerium zugehen zu wollen, um neu über die Finanzierung zu sprechen. Sie sehe gute Chancen, dass die Zweigleisigkeit durch den Bund doch noch positiv bewertet werden könnte. Karawanskij soll in Kürze das Infrastrukturministerium von Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) übernehmen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

EM: Kein Ende der Corona-Sorgen: Handballer weiter dezimiert

Musik news

Musik: Bob Dylan verkauft auch Musik-Katalog

Job & geld

Unter 33.000 US-Dollar: Bitcoin setzt Sinkflug fort

People news

Spanisches Königshaus: Infantin Cristina trennt sich von Ehemann

People news

Auszeichnung: Akademie der Künste nimmt Lars Eidinger auf

Auto news

Jeep Renegade/Compass Upland: Neue Ausstattung als Sondermodell

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Verzicht auf Mobilfunk-Auktion? Behörde deutet Änderung an

Das beste netz deutschlands

Open Food Facts: App-Tipp: Barcodescanner für Lebensmittel

Empfehlungen der Redaktion

Regional thüringen

Zusage für Elektrifizierung von Bahnstrecke vom Bund

Regional thüringen

Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung auf der Kippe

Regional thüringen

Land soll sich bei Mitte-Deutschland-Verbindung beteiligen

Regional thüringen

Ramelow: Bund muss Mitte-Deutschland-Verbindung ausbauen

Regional sachsen anhalt

Länderübergreifendes S-Bahnnetz soll 2035 in Betrieb gehen

Regional thüringen

Verwaltungsgericht Weimar startet die eAkte

Regional thüringen

Straßenbeleuchtung in Thüringen: LED-Umstieg geht voran

Regional thüringen

Gemeinsame Notruf-Leitstelle für Erfurt, Weimar und Sömmerda