Massenschlägerei in Erfurter Altstadt erneut vor Gericht

17.08.2021 Der Prozess gegen die zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilten Angreifer auf ein Erfurter Altstadtlokal muss neu verhandelt werden. Der Bundesgerichtshof hob den vom Landgericht Erfurt im Mai 2019 gefällten Schuldspruch zum Teil auf. Die sechs Deutschen sollen im Oktober 2017 den armenischen Wirt eines Altstadtlokals während des laufenden Betriebs vor sein Restaurant gelockt und attackiert haben. Es gab mehrere Verletzte.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Angeklagten waren alle wegen Landfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Fünf Männer erhielten Haftstrafen zwischen zwei Jahren und drei Monaten sowie drei Jahren und neun Monaten.

Ein Mann bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat. Die Karlsruher Richter hoben unter anderem seinen Schuldspruch auf, da sie keine Mittäterschaft des Mannes sahen. Auch die Täterschaft des zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilten Angeklagten sah der Bundesgerichtshof nicht belegt.

Nach dem Prozess waren viele Fragen zu den Hintergründen und Motiven der Attacke offen geblieben. Verbindungen zu ausländischen Familienclans und organisierter Kriminalität wurden damals diskutiert, ließen sich aber nicht erhärten.

Nach Angaben des Erfurter Landgerichts gibt es bislang noch keinen Termin für die Neuauflage des Prozesses. Der Bundesgerichtshof hatte seinen Beschluss vom 28. April zu den Revisionen am Dienstag im Internet veröffentlicht.

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