Dehoga: Gastro plagt sinkende Akzeptanz der Corona-Maßnahmen

11.08.2021 Das Thüringer Gastgewerbe freut sich aktuell über mehr Buchungen. Laut Dehoga kommt es in Hotels und Restaurants aber auch vermehrt zu Auseinandersetzungen mit Gästen - und einem abrupten Buchungsstopp.

Ein Schild mit der Aufschrift "Bitte Abstand halten" steht auf dem Tresen in einem Bierhaus. Foto: Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Laut Branchenverband Dehoga sehen sich Gaststätten und Hotels in Thüringen vermehrt mit einer sinkende Akzeptanz der Corona-Maßnahmen vonseiten ihrer Gäste konfrontiert. «Unternehmer und Mitarbeiter haben in der täglichen Auseinandersetzung an der Rezeption und im Restaurant damit zu kämpfen und stehen mit dem Rücken an der Wand», sagte Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des Thüringer Landesverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) am Mittwoch in Erfurt. Vom Hausrecht Gebrauch zu machen, um die Einhaltung der geltenden Vorschriften durchzusetzen, sei mitunter geschäftsschädigend - «und wir brauchen dringend Gäste und Umsatz», so Ellinger.

Grundsätzlich befinde man sich gegenwärtig in «einer positiver werdenden Stimmungslage», so Ellinger. «Die Buchungslage und die Anfragen sowie die gegenwärtige Auslastung sind gut.» Es handle sich dabei aber vorwiegend um Privatgäste. Geschäftliche Buchungen, insbesondere Tagungen und Kongresse, blieben weiter «sehr gering». Auch brechen die Anfragen laut Ellinger ab September rapide ein.

«Voriges Jahr hat die Branche um diese Zeit schon Weihnachtsarrangements verkauft. Das ist dieses Jahr nicht so», sagte Ellinger. Seien die Bücher im August und September des Vorjahres bereits mit Reservierungen für Weihnachtsreisen und -essen gefüllt gewesen, bliebe dies 2021 bisher aus - Buchungsstopp September. Verantwortlich dafür machte er die Unsicherheiten, die politische Debatten bei den Gästen auslösten. Der Blick in die Zukunft sei «sehr fragil».

Er forderte eine klare und verlässliche Ansage gegen einen weiteren Lockdown vonseiten der Politik sowie für alle nachvollziehbare Konzepte. Nach 18 Monaten Pandemie dürfe man mehr erwarten «als immer neue Ausschluss- oder Schließungsszenarien», so Ellinger. Die fehlende Perspektive führe nicht nur zum fehlenden Vertrauen der Gäste, sondern erzeuge auch Unsicherheiten unter Angestellten und potenziellen Auszubildenden. Weit mehr als die Hälfte der Thüringer Branchenunternehmen habe Personal verloren.

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