Suche nach Überresten von Baby: Frau berichtet von Totgeburt

28.07.2021 Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zu einem mutmaßlich auf einem Grundstück im Ilm-Kreis vergrabenen toten Baby. Ein Gelände in Ichtershausen bei Arnstadt sei am Mittwoch von der Polizei durchsucht worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, zu entsprechenden Medienberichten. Sterbliche Überreste eines Neugeborenen seien nicht gefunden worden.

«Polizei» steht auf der Uniform eines Polizisten. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auslöser der Suchaktion sei die Aussage einer heute 31 Jahre alten Frau. Sie war laut Staatsanwaltschaft am 8. Juli bei der Polizei in Arnstadt erschienen und hatte berichtet, im Jahr 2005 als 15-Jährige eine Totgeburt gehabt zu haben. Anschließend habe sie das tote Baby auf dem Gelände vergraben.

Die Schwangerschaft sei nach Angaben der Frau Folge einer Vergewaltigung gewesen, so der Sprecher. Der mutmaßliche Vergewaltiger sei ihr zufolge bereits tot. Angaben, in welchem Verhältnis dieser zu der Frau steht, machte der Sprecher auf Nachfrage nicht. Nach einem Bericht der Zeitung «Freies Wort» soll es sich beim mutmaßlichen Vergewaltiger um den Großvater der Frau handeln.

Laut Staatsanwaltschaft lebt die Frau nicht auf dem durchsuchten Grundstück. Sie habe den Ermittlern die Stelle gezeigt, an der sie das tote Neugeborene vergraben haben will. Nach der vergeblichen Suche nach sterblichen Überresten werde weiter ermittelt. «Wir versuchen, den Fall vollumfänglich aufzuklären», sagte der Sprecher.

In Thüringen hatten in den vergangenen Jahren wiederholt Funde von Babyleichen - darunter mehrmals im Ilm-Kreis - für Aufsehen gesorgt. In Ichtershausen waren Anfang 2016 zwei tote Babys entdeckt. Deren Mutter wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Ostern 2019 war in einem Waldstück bei Geschwenda (Ilm-Kreis) eine Babyleiche gefunden worden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News