Werner rechnet mit steigenden Infektionszahlen im Herbst

28.07.2021 Die Urlaubssaison, abkühlendes Wetter und die Delta-Variante könnten nach Einschätzung von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner zu höheren Infektionszahlen im Herbst führen. An Urlauber appelliert sie, auch an jene zu denken, die sich nicht impfen lassen können.

Heike Werner (Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen der Reisesaison und der um sich greifenden Delta-Variante des Coronavirus rechnet Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) für den Herbst mit deutlich steigenden Infektionszahlen. Es gebe derzeit drei Faktoren, die dafür eine Rolle spielten, sagte Werner der Deutschen Presse-Agentur. «Das sind die Reiserückkehrer, die Delta-Variante, die besonders ansteckend ist, und natürlich, dass sich dann irgendwann im Herbst noch mehr Menschen wieder in Innenräumen aufhalten werden», sagte Werner. «Das wird dazu führen, dass die Infektionszahlen steigen.»

Beim richtigen Umgang mit Reiserückkehrern sieht die Ministerin keinen Bedarf für strengere Regeln. «Also ich würde erst mal nicht sagen, dass man da an der Stelle jetzt mehr machen muss, sondern einfach das, was an Bestimmungen da ist, auch konsequent umsetzen und auch kontrollieren sollte», sagte Werner.

Man sei inzwischen besser gegen das Virus gewappnet als noch im vergangenen Herbst. «Man hat die Pflicht, in die Quarantäne zu gehen, je nachdem, wo man wo man herkommt. Und ich glaube, dass das dann die richtige Variante ist.» Wichtig sei, dass es bundeseinheitliche Regelungen gebe.

Genau die sind geplant: Die Bundesregierung stimmt derzeit eine Neuregelung für Reiserückkehrer ab. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) streben eine schnelle Ausweitung der Testpflichten an.

Nach den Vorstellungen Spahns und Seehofers sollte künftig von Reiserückkehrern grundsätzlich ein Test verlangt werden - nicht nur wie bisher von Flugreisenden. Außerdem soll es dafür keine Rolle mehr spielen, von woher man einreist. Die Testpflicht könnte demnach also zum Beispiel auch für Einreisen mit dem Auto aus Nachbarländern gelten.

Diskutiert wird auch, ob solche Tests auch für Geimpfte und Genesene Pflicht sein sollten. Werner sagte, die Corona-Impfung sei vor allem ein Eigenschutz, der dazu führe, dass man nicht selbst schwer erkranke. «Aber trotzdem kann man eben ansteckend sein und deswegen einfach der Appell und die Bitte an die zu denken, die sich eben nicht schützen können.»

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