Grüne-Ministerin für Testpflicht an Schulen nach den Ferien

26.07.2021 Um nach dem Ende der Sommerferien an den Thüringer Schulen so viel Präsenzunterricht wie möglich sicher zu stellen, hat sich Vize-Ministerpräsidentin und Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) für eine Corona-Testpflicht ausgesprochen. Am Beginn des neuen Schuljahres müsse es eine zweiwöchige Testpflicht für Schüler und Lehrer geben, sagte Siegesmund am Montag in Erfurt. Sie wisse, dass Bildungsminister Helmut Holter (Linke) dazu derzeit eine andere Auffassung vertrete.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt während des Unterrichts auf einem Atlas. Foto: Matthias Balk/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wenn man aber trotz Pandemie sichere Schulen wolle, müssten auch die entsprechend nötigen Maßnahmen ergriffen werden, um dieses Ziel zu erreichen. «Ich möchte wirklich nicht, dass wir wieder in den Wechselunterricht müssen», sagte Siegesmund. Noch weniger wolle sie, dass möglicherweise Schulen und Kindergärten ganz geschlossen werden müssten, um die vierte Corona-Welle zu brechen. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW sowie der Thüringer Lehrerverband (tlv) hatten eine zweiwöchige Test-Pflicht gefordert, wenn das neue Schuljahr im September beginnt.

Zurückhaltender zeigte sich Siegesmund bei der Frage nach einer mindestens zweiwöchigen Maskenpflicht im Unterricht. Bei hohen Inzidenzen müsse das erwogen werden, sagte sie. «Die Maske ist der geringstmögliche Eingriff, den es gibt.»

Mit Blick auf die von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) ausgelöste Debatte um stärkere Einschränkungen für Nicht-Geimpfte im Herbst sagte Siegesmund, sie halte diese Diskussion aktuell nicht für hilfreich. Vielmehr müsse es darum gehen, dass sich so viele Menschen wie möglich aus einem Verantwortungsbewusstsein auch gegenüber Kindern gegen Covid-19 impfen ließen. «Fast jeder hat doch Kinder oder Enkel», sagte Siegesmund.

Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Thüringer Grünen-Fraktion, Astrid Rothe-Beinlich. «Wir müssen zunächst darauf setzen, die Menschen fürs Impfen zu gewinnen», sagte sie. Die Impfungen müssten beispielsweise in Form von Impfmobilen zu den Menschen kommen – etwa vor Schwimmbädern, in Wohngebieten oder vor Konzertveranstaltungen.

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