Überflutete Keller und Straßen nach Starkregen in Thüringen

14.07.2021 Wieder zogen heftige Gewitter und Starkregen über Thüringen. In einigen Regionen halten die Folgen auch einen Tag danach alle auf Trab.

Ein Feuerwehrfahrzeug steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf einer Straße. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nicht zum ersten Mal in diesem Sommer haben Starkregen und Gewitter in Teilen Thüringens Unfälle und Notfälle ausgelöst. Vor allem im Saale-Orla-Kreis und im Ilm-Kreis wurden Starkregen und Dauerregen mit 50 bis fast 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter dokumentiert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Leipzig mitteilte. Besonders betroffen war Hirschberg (Saale-Orla-Kreis) mit 88,3 Litern Niederschlag pro Quadratmeter. Damit wurde auch der bisherige 24-Stunden-Rekord von 71,8 Liter Niederschlag pro Quadratmeter aus dem Mai 1941 gebrochen.

Krölpa-Rockendorf (Saale-Orla-Kreis) wies mit 59,9 Litern Niederschlag pro Quadratmeter ebenfalls einen Wert weit über dem bisherigen Höchstwert von 48,7 auf (April 1994). Auch über der 50er-Marke lag Martinroda im nördlichen Thüringer Wald (Ilm-Kreis) mit 51,9 Litern Niederschlag pro Quadratmeter. Die 24-stündige Niederschlagshöhe wird um 08.00 Uhr morgens gemessen und bezieht sich auf die vorangegangenen 24 Stunden.

In Unterwirbach (Landkreis Saalfeld) sowie in Hirschberg, Pößneck und Krölpa (Saale-Orla-Kreis) wurden mehrere Straßen überschwemmt und Keller geflutet. Es gab keine Verletzten. Das genaue Ausmaß der Schäden wird derzeit noch ermittelt. Die Kreisstraße 183 wurde durch das Landratsamt zwischen Unterwirbach und Bad Blankenburg bis auf weiteres voll gesperrt, da es auf diesem Stück in der Nacht aufgrund des Starkregens zu erheblichen Ausspülungen der Straßengräben kam.

Anwohnern im betroffenen Bereich soll zeitnah die Zufahrt und den Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt ermöglicht werden. Über den Umfang der Arbeiten könne noch keine verbindliche Aussage getroffen werden. «Auszugehen ist jedenfalls von einer längeren Vollsperrung, da die Instandsetzungsarbeiten umfangreich und zeitaufwendig sind», hieß es.

In Bücheloh im Ilm-Kreis brannte eine Gartenlaube ab, ein Zusammenhang mit dem Unwetter könne nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Schaden wird hier auf rund 10 000 Euro geschätzt. Zwischen Ihrfeld und Hasselfelde im Landkreis Nordhausen war nach Angaben vom Mittwochmorgen die Bundesstraße 81 zeitweise blockiert, weil ein Felsbrocken und ein umgestürzter Baum auf der Straße lagen. In Jena mussten in der Nacht Camper in Sicherheit gebracht werden, da der gesamte Platz knapp 10 Zentimeter unter Wasser stand.

Die Theaterveranstaltung im Rahmen der Kulturarena in Jena wurde aufgrund des Gewitters abgesagt, ebenso die Vorstellung der Erfurter Domstufen-Festspiele. Die RE-Strecken zwischen Altenburg und Gera sowie Gera und dem sächsischen Glachau sind nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Gleise seien durch den Regen teils unterspült worden. Ein Bus-Notverkehr sei eingerichtet worden.

Laut DWD soll sich die Wetterlage in Thüringen nun beruhigen. Für Mittwoch waren nur noch einzelne gewittrige Schauer gemeldet worden. Gewitter mit Starkregen bis 25 Liter Pro Quadratmeter seien lediglich am Harz in kurzer Zeitspanne und auch nur gering wahrscheinlich.

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