Steinmeier: Alles für Präsenzunterricht tun

11.07.2021 Die Pandemie ist noch da, doch Begegnungen sind wieder möglich. Bundespräsident Steinmeier nutzt die Gelegenheit, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Auf einer Wanderung von Thüringen nach Hessen erfährt er Zuversicht. Doch er bringt auch einen Appell mit.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident. Foto: Axel Heimken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an Politiker appelliert, alle nötigen Vorbereitungen für Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr zu treffen. «Was mir sehr wichtig ist: Dass wir jetzt alles tun, alles tun, was an Vorbereitung möglich ist, um nach den Sommerferien wirklich einen Präsenzunterricht an jeder Schule, für jede Schülerin und Schüler möglich zu machen», sagte Steinmeier am Sonntag im hessischen Völkershausen. Dies sei auch die Erwartung der Schülerinnen und Schüler an die Politik.

Zuvor gab es eine Gesprächsrunde des Staatsoberhauptes zusammen mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Hessens Regierungschef Volker Bouffier und Schülern. Auch Bouffier und Ramelow betonten, dass es im kommenden Schuljahr Präsenzunterricht geben soll; «soweit es irgendvertretbar ist», wie es Bouffier formulierte.

Das Treffen war Teil von Steinmeiers «#schrittfuerschritt»-Tour, auf der er bei mehreren Wanderungen an den Landesgrenzen verschiedener Bundesländer mit Menschen ins Gespräch kommen will. Sie führte ihn bereits nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Am Sonntag wanderte Steinmeier mit Ramelow von Thüringen nach Hessen, wo die beiden von Bouffier empfangen wurden. Die Route führte durch das Grenzgebiet der benachbarten Bundesländer vom thüringischen Heldrastein nach Völkershausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

«Wandern lässt die Leute ins Gespräch kommen und das ist genau das, was uns in den letzten 15 Monaten so intensiv gefehlt hat - Begegnungen, Gespräche der Menschen untereinander», sagte Steinmeier.

Es sei bei der Diskussion über die richtigen Maßnahmen gegen die Pandemie und die Bekämpfung des Coronavirus auch zu Entfremdungen gekommen. «Wir haben uns ein bisschen voneinander entfernt in diesen Zeiten», sagte Steinmeier. Das Virus werde in irgendeiner Form bleiben, die Pandemie aber gehe hoffentlich zu Ende. Der Bundespräsident appellierte, sich wieder Schritt für Schritt anzunähern.

Er habe bei seiner Wanderung von Thüringen nach Hessen Zuversicht erfahren - und Hoffnung. «Hoffnung auch darauf, dass alle diejenigen, die jetzt in die Sommerferien fahren oder Feste feiern, sich so vernünftig verhalten, dass das Virus nicht in einer der Mutationsformen zu uns zurückkehrt», sagte Steinmeier.

Ramelow sagte, die aktuelle Situation sei der Anfang vom Ende «der Lockdown-Antworten». Noch vor einem Jahr habe man keinen Impfstoff und damit keine Antwort auf die Pandemie gehabt. «Heute werben wir dafür: Lasst euch impfen und begebt euch in eine Situation, dass wir miteinander umgehen können.»

In Thüringen hatte Steinmeier seinen Besuch bereits am Samstag mit einem Rundgang auf der Bundesgartenschau in Erfurt verbunden, wo er auf dem Petersberg von Buga-Besuchern mit Beifall begrüßt wurde. Am Abend schaute er sich beim Domstufen-Festival die Tschaikowsky-Oper «Die Jungfrau von Orleans» an.

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