Lebenserwartung in Thüringen auf Höchststand

09.07.2021 Die Lebenserwartung von Neugeborenen in Thüringen hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Landesamt für Statistik am Freitag mitteilte, kann ein in Thüringen geborenes Mädchen im Schnitt mit 83,27 Jahren rechnen, ein Junge mit 77,66 Jahren. Diese Zahlen beruhen demnach auf der neuesten sogenannten Sterbetafel für den Zeitraum von 2018 bis 2020. Seit Jahren steigt die Lebenserwartung in dem Bundesland - und so hatte das Statistikamt etwa auch 2020 und 2019 Höchstwerte gemeldet.

Die Hand eines zwei Wochen altes Säuglings liegt in der Hand seiner Mutter. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Lebenserwartung von neugeborenen Mädchen erhöhte sich den Angaben zufolge um 0,18 Jahre im Vergleich zur Sterbetafel 2017/2019, die von Jungen um 0,04 Jahre. Der Anstieg wird noch deutlicher, wenn man vorherige Berechnungszeiträume betrachtet: Im Vergleich zum Berichtszeitraum 1998/2000 erhöhte sich die durchschnittliche Lebenserwartung von Mädchen um 3,21 und von Jungen um 4,17 Jahre, wie es weiter hieß. Im Verhältnis zum Zeitraum 1988/1990 entspreche das sogar einem Anstieg von 7,25 beziehungsweise 7,71 Jahren.

Trotz dieser Entwicklung liegt die Lebenserwartung Neugeborener in Thüringen laut den aktuellen Zahlen unter dem bundesweiten Durchschnitt - nämlich bei Mädchen genau 0,13 und bei Jungen 0,98 Jahre darunter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes blieb die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland - berechnet mit Daten der aktuellen Sterbetafel - nahezu unverändert.

Als bemerkenswert bezeichnete das Thüringer Statistikamt eine weitere Beobachtung. So sei die weitere Lebenserwartung von 55- bis 74-jährigen und ab 85-jährigen Männern im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel leicht gesunken. Einen solchen Rückgang habe man in den Vorjahren nicht festgestellt. Die Demografieexperten vermuten einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: Männer seien häufiger an oder mit Covid-19 gestorben als Frauen. Dieser Zusammenhang könne aber erst mit der Todesursachenstatistik 2020 geklärt werden.

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