Dachreparatur von Schloss Reinhardsbrunn noch vor dem Winter

04.07.2021 Hausschwamm und Nässe haben Schloss Reinhardsbrunn jahrelang arg zugesetzt. Nachdem das Ensemble nun wieder im Eigentum des Landes ist, stehen zunächst bis zu 1,8 Millionen Euro für Notsicherungsarbeiten bereit.

Unkraut wuchert vor dem mit einem Zaun gesicherten Gelände um Schloss Reinhardsbrunn. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Notsanierung des vom Verfall bedrohten Schlosses Reinhardsbrunn (Kreis Gotha) kann voraussichtlich im Spätsommer in Angriff genommen werden. Vordringlich sei zunächst die Reparatur der Dächer, um das weitere Eindringen von Nässe zu unterbinden, teilte das Infrastrukturministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Sicherungsarbeiten an den Dächern, Dachrinnen und Fallrohren sollen noch vor dem Winter abgeschlossen sein, hieß es.

Schloss Reinhardsbrunn war im Juli 2018 mit Beschluss des Landesverwaltungsamtes enteignet worden, um es vor dem Verfall zu retten. Die vormalige Besitzerin - eine Consulting-Firma - hatte jahrelang nichts an dem Ensemble gemacht. Nach einem zähen Rechtsstreit ist das Schloss nun wieder im Landeseigentum. Das Enteignungsverfahren gilt als Präzedenzfall im Denkmalschutz in Deutschland.

Derzeit liefen die Vorbereitungen und Planungen für die Notsanierung, hieß es aus dem Ministerium. Zudem wurde das Grundstück gesichert und umzäunt, um das Ensemble vor Vandalismus zu schützen. Außerdem sei damit begonnen worden, Wildwuchs in der denkmalgeschützten Parkanlage zurückzuschneiden und die Außenanlagen wieder begehbar zu machen.

Für die Notsanierung sind in diesem Jahr den Angaben zufolge bis zu 1,8 Millionen Euro eingeplant. Im nächsten Jahr sind laut dem Ministerium 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Nach den Sicherungsarbeiten müsse das Schloss grundlegend instandgesetzt werden. In den kommenden Monaten werde der Umfang des bestehenden Grundsanierungsbedarfs ermittelt, hieß es.

Schloss Reinhardsbrunn war 1827 auf der Ruine des Hausklosters der Thüringer Landgrafen errichtet worden. Es wurde viele Jahre als Hotel genutzt und gehört mit zu den bedeutendsten Schlossanlagen der Neugotik in Thüringen. Das Land will das Ensemble in die Stiftung Schlösser und Gärten überführen. Über eine künftige Nutzung des Schlosses ist noch nicht entschieden worden.

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