Experten warnen vor erhöhter Waldbrandgefahr in Thüringen

18.06.2021 Die Böden sind trocken, am Himmel ist kaum ein Wölkchen in Sicht, Temperaturen über 30 Grad: In den kommenden Tagen ist die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Thüringens wieder sehr hoch.

Die Sonne scheint durch leichte Zirrus-Wolken hindurch. Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Wochenende ist wieder besondere Vorsicht in der Nähe von Bäumen geboten: Nach einem niederschlagsreichen und damit waldbrandarmen Frühjahr 2021 besteht aktuell für rund die Hälfte der Landesfläche eine mittlere, für den Rest eine hohe Waldbrandgefahr, wie Thüringenforst-Sprecher Horst Sproßmann auf Nachfrage erklärte. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) verwies auf die zunehmende Waldbrandgefahr. Durch eine achtlos weggeschmissene Zigarette oder eine Grillparty in der Nähe von Bäumen könnte so rasch ein ganzes Waldstück in Flammen aufgehen.

Thüringens Forstminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) appellierte am Freitag an die Bevölkerung, im Wald vorsichtig zu sein sowie Regeln und die Hinweisschilder zu beachten, um Waldbrände zu vermeiden. Bisher sind im Freistaat nach Angaben der Landesforstanstalt allerdings erst sechs Waldbrände auf 1,42 Hektar erfasst worden. Das entspreche in etwa zwei Fußballfeldern. 2020 waren es zur selben Zeit bereits 21 Brände auf insgesamt 4,61 Hektar, so Sproßmann.

Die Waldbrandgefährdung wird im Freistaat nach einem deutschlandweit geltenden Bewertungssystem dargestellt. Dafür werden von den jeweils zuständigen Forstämtern die Daten des Messnetzes des DWD ausgewertet und etwa nach weiteren Gesichtspunkten bewertet. Die Einschätzung der konkreten Gefährdungssituation erfolgt mittels fünf Waldbrandgefahrenstufen: Stufe 1 steht dabei für eine sehr geringe Waldbrandgefährdung, Stufe 5 für eine sehr hohe.

Thüringens Wälder werden in erster Linie durch die 24 hiesigen Forstämter überwacht. Sie suchen bei hoher Waldbrandgefahr gezielt Plätze auf, die einen weiten Blick über Waldlandschaften zur Früherkennung von Rauchsäulen erlauben. Hilfsweise haben auch die zwei Polizeihubschrauber im Rahmen ihrer Routine- und Einsatzflüge die Wälder im Blick. Nicht unerheblich seien bei der Früherkennung Waldbesucher, die per Handy entdeckte Brände an die Rettungsleitstellen oder Forstämter meldeten, so Sproßmann.

In Regionen, in denen aktuell eine hohe Brandgefahr herrscht, könnten öffentlich zugängliche Grillplätze und Feuerstellen am Wochenende in Thüringen durch das jeweils zuständige Forstamt gesperrt werden. Sollte die Gefahr von der zweithöchsten auf die höchste Waldbrand-Gefahrenstufen klettern, könnten unter anderem auch Badeseebereiche mit angrenzenden Kiefernwälder gesperrt werden.

In der Regel löschen die freiwilligen Feuerwehren in Thüringen Waldbrände. Eine spezielle «Waldfeuerwehr» gibt es nicht. Im Ernstfall sind laut Sproßmann vom Landwirt bis zur Polizei alle in die Löschbemühungen involviert. Das Wasser dafür stammt aus Hydranten, aus Seen oder aus den rund 900 Löschwasserentnahmestellen, die Thüringenforst unterhält.

2020 waren 36 Brände auf insgesamt rund 9 Hektar Wald erfasst worden. Die Flächen müssen gemäß dem Thüringer Waldgesetz nach spätestens sechs Jahren durch den Eigentümer wiederbewaldet werden.

© dpa-infocom GmbH

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