Keine Impfpriorisierung mehr: 18.000 Dosen für Betriebe

07.06.2021 Rund 44 Prozent der Thüringer haben bereits ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Ab sofort gilt die Priorisierung nicht mehr. Und auch Betriebsärzte können sich nun beteiligen.

Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze in der Hand. Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Thüringer können sich jetzt unabhängig vom Alter um einen Termin für eine Corona-Impfung in den Impfzentren sowie bei Haus-, Kinder- und Betriebsärzten bemühen. Die bisher geltende Impfpriorisierung ist seit Montag bundesweit aufgehoben. Bereits in der vergangenen Woche waren dafür 45.000 Termine allein in den Thüringer Impfzentren freigeschaltet worden. Für 12- bis 16-Jährige wartet das Gesundheitsministerium noch auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission - die Kinder und Jugendlichen können jedoch bereits um eine Beratung beim Kinderarzt bitten.

Mit dem Ende der Priorisierung beginnen laut Gesundheitsministerium nun auch Betriebsärzte mit den Impfungen. Sie könnten zunächst voraussichtlich mit rund 18.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer rechnen, wie aus Lieferprognosen des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Der Impfstoff soll zu Wochenbeginn ausgeliefert werden, wie der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbands, Stefan Fink, auf Anfrage sagte.

Unklar ist noch, wie viele Betriebe im Freistaat in das Impfen einsteigen. Das Thüringer Arbeitsministerium hat darüber bislang keinen Überblick. Wegen der überwiegend kleinteilig geprägten Thüringer Unternehmensstruktur hatten Wirtschaftsvertreter für eine Kooperation der Betriebe geworben.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt verwies etwa darauf, dass nicht jedes Unternehmen über einen festen Betriebsarzt verfüge. Zur Unterstützung kleiner Firmen bei der Aktion planen das Gesundheitsministerium, die Krankenkasse Barmer und die Deutsche Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin Mitte Juni drei zentrale Impftermine für die einzelnen Thüringer IHK-Bereiche in Erfurt, Gera und Suhl.

Viele Firmen kooperieren mit externen Anbietern arbeitsmedizinischer Leistungen oder niedergelassenen Ärzten. Teilweise konnten so schon in den vergangenen Wochen Beschäftigte geimpft werden. Der Technologiekonzern Jenoptik hat seinen Beschäftigten am Standort Jena etwa mit Unterstützung eines lokalen Medizinerteams bereits Ende Mai eine Impfung mit den Vakzinen von Astrazeneca sowie Johnson & Johnson angeboten, für die die Priorisierung bereits vor Wochen aufgehoben worden war. Ein weiterer Termin soll im Juni folgen.

Die Corona-Lage in Thüringen entspannte sich zu Wochenbeginn weiter. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sank unter die Marke von 30. Sie näherte sich mit 29,1 weiter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 24,3 an, wie aus Angaben der Staatskanzlei hervorgeht, die sich auf Daten des Robert Koch-Instituts stützt. Dabei ist zu beachten, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln.

Erneut lagen alle 17 Kreise und 6 kreisfreien Städte bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Marke 100. Das lässt Lockerungen zu. Mit einem Wert von 83,9 war allerdings der Kreis Hildburghausen erneut die Region in Deutschland, die am stärksten von der Pandemie betroffen ist.

Am Wochenende wurden laut Staatskanzlei etwa 7100 Menschen geimpft. Bisher seien 44 Prozent der Berechtigten geimpft, geht aus den Zahlen der Staatskanzlei hervor. 22,5 Prozent hätten bereits die zweite Impfung erhalten.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News