Ehrenbürger Bertrand Herz gestorben: Buchenwald-Überlebender

20.05.2021 Der langjährige Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) und Ehrenbürger der Stadt Weimar, Bertrand Herz, ist tot. Das teilte die Thüringer Staatskanzlei am Donnerstag in Erfurt mit. Nach Angaben der Tochter sei Herz im Alter von 91 Jahren am Donnerstagmittag in seiner Heimatstadt Paris gestorben.

Der Buchenwald-Überlebende Bertrand Herz. Foto: picture alliance / Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) würdigte die Verdienste von Herz. «Er hat versöhnt und verbunden, beraten und geholfen, angeregt und befördert, als Zeitzeuge immer wieder Herzen berührt und geöffnet», heißt es laut Staatskanzlei in einem Kondolenzschreiben des Regierungschefs. Herz habe zur Sicherung der zukünftigen Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen, zur Förderung demokratischer Kultur und zur Verständigung zwischen den Völkern beigetragen, so Ramelow weiter.

Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine erklärte in einer Mitteilung: «Seine von ihm 2007 im Namen aller Buchenwald-Überlebenden sowie von der Stadt unterzeichneten Weimarer Erklärung wird uns auch über seinen Tod hinaus Verpflichtung im Kampf gegen das Vergessen sein.» Die Stadt hatte Herz 2009 die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Der Franzose war seit 2001 Präsident Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos und seit 2016 dessen Ehrenpräsident. Er erhielt mehrere staatliche Auszeichnungen - unter anderem den nationalen französischen Verdienstorden «Chevalier de l'ordre national du mérite» und die höchste Auszeichnung des Freistaates Thüringen, den Thüringer Verdienstorden.

Herz wurde nach Angaben der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora am 24. April 1930 in Paris geboren und wuchs die ersten Jahre in Frankreich auf. Wegen der jüdischen Herkunft wurden er und seine Familie 1944 verhaftet. Zusammen mit seinem Vater wurde Herz im Sommer 1944 nach Buchenwald deportiert. In einem damaligen KZ-Außenlager in Niederorschel (Eichsfeld) musste er Zwangsarbeit leisten. Sein Vater kam dort 1945 ums Leben.

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