Werner: Verzögerung beim Impfen in Flüchtlingsunterkünften

10.05.2021 Die Entscheidung, den Impfstoff von Johnson & Johnson in der Regel Über-60-Jährigen zu spritzen, wird nach Ansicht von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) zu Verzögerungen beim Impfen in Flüchtlingsunterkünften führen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen werde sich die Entscheidung wohl kaum auswirken, weil es dort Ärzte und Dolmetscher gebe, sagte Werner am Montag in Erfurt. «Schwieriger wird es sicherlich in den Gemeinschaftsunterkünften und anderen Bereichen, wo wir impfen wollten.»

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zuvor hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson künftig in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt werden soll. Jüngere können ihn demnach auch bekommen, jedoch erst nach umfassender ärztlicher Aufklärung.

Anders als andere Corona-Impfstoffe muss das Mittel von Johnson & Johnson nur einmal gespritzt werden. «Für Menschen, die nicht so gut zu erreichen sind und schnell wieder an einem anderen Ort sind, wäre er besonders geeignet gewesen», sagte Werner. In Thüringen sollten mit dem Impfstoff daher vor allem Flüchtlinge und Obdachlose geimpft werden.

Werner sagte, dass man nun eine andere Strategie brauche. Demnach werde überlegt, in Gemeinschaftsunterkünften einen der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna einzusetzen und die Zeit bis zur Zweitimpfung zu verkürzen. Bisher werden bei diesen beiden Impfstoffen die Spritzen im Abstand von sechs Wochen gesetzt.

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