Ausstellung zu Luthers Exil vorerst ohne Besucher

03.05.2021 Die Ausstellung ist fertig, der Katalog gedruckt - nur wann die ersten Besucher sie vor Ort anschauen dürfen, ist unklar: 500 Jahre nachdem der von Kaiser und Fürsten verfolgte Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) auf der Wartburg Zuflucht fand, erinnert eine neue Sonderausstellung an das historische Ereignis. «Luther im Exil. Wartburgalltag 1521» heißt die Schau, die eigentlich am Dienstag (4. Mai) auf der Veste eröffnet werden sollte. Wegen der Pandemie müssen sich die Besucher allerdings noch auf ungewisse Zeit gedulden.

Die Wartburg oberhalb der Stadt Eisenach. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am 4. Mai 1521 war Luther auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms im Glasbachgrund bei Eisenach zum Schein entführt und auf die Wartburg in Sicherheit gebracht worden. Er lebte bis März 1522 unter dem Schutz des Kurfürsten Friedrich der Weise auf der Wartburg und nutzte in dieser Zeit den Decknamen Junker Jörg. Von Ende 1521 an arbeitete Luther an der Übersetzung des Neuen Testaments aus dem griechischen Originaltext ins Deutsche. Er schuf damit die Voraussetzung für eine einheitliche deutsche Schriftsprache.

Für die Ausstellung wurde unter anderem der Reisewagen, den Luther nach dem Reichstag bestiegen hatte, originalgetreu nachgebaut, wie ein Sprecher der Wartburg-Stiftung sagte. Zeitgenössische Briefe und Schriftstücke dokumentieren, wie es Luther während seiner Zeit auf der Burg ging. Die Ausstellung zeigt zudem den Alltag auf der Wartburg im Mittelalter. Laut Staatskanzlei ist es die erste von zwei Sonderausstellungen auf der Wartburg, die das 500. Jubiläum von Martin Luthers Aufenthalt dort würdigen. Die Ausstellung richte den Blick auf Bereiche, die bei der Beschäftigung mit Martin Luther bisher oft verborgen blieben, so Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Sie vervollständige das Verständnis «für diesen zentralen Teil unseres kulturellen Erbes». Ramelow soll an der Eröffnung der Ausstellung auf der Wartburg am Dienstag teilnehmen und ein Grußwort halten.

Vorausgesetzt, die Wartburg kann bald wieder öffnen, können Besucher die Ausstellung bis zum 31. Oktober, dem Reformationstag, besichtigen. Die Wartburg-Stiftung feiert das Jubiläum von Luthers Aufenthalt in den Mauern der Burg zwei Jahre lang. 2022 ist eine Ausstellung geplant, die die Bibelübersetzung in den Mittelpunkt rückt.

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