Mordprozess um junge Frau: Gutachten stellt Vorwurf in Frage

29.04.2021 Ein Gutachten stellt den Vorwurf Mord im Prozess um den Tod einer jungen Frau aus Neustadt an der Orla (Saale-Orla-Kreis) in Frage. Die Lungenembolie der 32-Jährigen sei zwar tödlich gewesen, ließe sich aber nicht mehr sicher auf die massiven Verletzungen der 32-Jährigen zurückführen, erklärte ein Rechtsmediziner am Donnerstag vor dem Landgericht Gera. Dass das Blutgerinnsel der brutal zugerichtete Frau nicht anders ausgelöst worden war, lasse sich nach Rücksprache mit behandelnden Ärzten der Frau nicht sicher ausschließen. «Ich halte das für wenig wahrscheinlich, aber die Möglichkeit besteht», so der Rechtsmediziner am fünften Verhandlungstag.

Eine Statue der Justitia. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Lungenembolie bezeichnet man den Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien oft aufgrund eines eingeschwemmten Blutgerinnsels. Dieses stammt meist aus den Bein- oder Beckenvenen, wo sich eine Thrombose gebildet hat. Das Opfer war, kurz bevor es massiv verprügelt wurde, wegen des Verdachts auf ein Blutgerinnsel in den Beinen in ärztlicher Behandlung gewesen.

Der 43-jährige Ex-Partner der Frau muss sich seit Ende März vor dem Landgericht Gera verantworten, weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seine Partnerin im Juni 2020 brutal zu Tode geprügelt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Die rechtsmedizinische Einordnung könnte trotz aller dokumentierten Brutalität des mutmaßlichen Täters die Mord-Anklage der Staatsanwaltschaft kippen.

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