CDU möchte mehr Schnüffler auf vier Pfoten für Gefängnisse

18.04.2021 Nicht nur die Polizei setzt bei der Suche nach illegalen Drogen auf die feine Nase von Hunden. Auch in Gefängnissen sind Diensthunde im Einsatz gegen Rauschmittel. Geht es nach der CDU-Fraktion, sollten es mehr Gefängnis-Schnüffler auf vier Pfoten geben.

Blick aus einer Zelle in einer Justizvollzugsanstalt. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die CDU-Fraktion im Landtag hat sich für mehr Spürhunde zum Einsatz in Thüringens Gefängnissen ausgesprochen. «Es wäre sinnvoll, zumindest für jede Einrichtung einen Hund zu haben, das wäre auch mit keinem riesigen Kostenaufwuchs verbunden», sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Andreas Bühl. Sein Fraktionskollege Christian Tischner unterstrich: «Ein Sparen auf Kosten der Sicherheit in den Thüringer Gefängnissen darf es nicht geben.»

Derzeit sind zwei Hundeführer mit jeweils zwei Hunden in Thüringens Gefängnissen im Einsatz, damit die Tiere illegal eingeschmuggelte Drogen erschnüffeln. Das geht aus einer Antwort des Justizministeriums auf eine entsprechende Kleine Anfrage von Bühl und Tischner hervor. Stationiert sind die Hundeführer demnach in der Jugendstrafanstalt Arnstadt und der Justizvollzugsanstalt Tonna. Das führe dazu, dass die Hunde von Anstalt zu Anstalt herumgereicht würden, kritisierte Bühl. Insgesamt gibt es in Thüringen fünf Justizvollzugsanstalten (JVA).

«Die Hunde bringen einen Mehrwert, sie sind eine Chance für mehr Sicherheit und eine entspanntere Atmosphäre in den Gefängnissen», so Bühl. Fände ein Hund quasi als unbeteiligter Dritter Drogen bei einem Häftling, fiele das nicht direkt auf einen Wärter zurück und entspanne die Lage. Zudem könnten die Hunde auch die Arbeit in den Anstalten attraktiver machen, wenn Mitarbeiter etwa die Möglichkeit hätten, sich zu Hundeführer fortbilden zu lassen.

Auch beim Justizministerium von Minister Dirk Adams (Grüne) scheint man voll des Lobes für die Vierbeiner im Dienste der Justiz. Ihr Einsatz habe sich nach Auffassung der Landesregierung bewährt und sei ein wesentlicher Bestandteil zur Eindämmung der illegalen Drogen in den Anstalten geworden, heißt es in der Ministeriumsantwort.

«Insoweit geht die Landesregierung davon aus, dass auch der Einsatz von Rauschmittelsuchhunden dazu geführt hat, dass in den Thüringer Justizvollzugseinrichtungen mehr illegale Betäubungsmittel aufgefunden wurden», heißt es dort weiter. Allerdings betont das Ministerium in der Antwort auch, dass illegale Drogen auch bei regelmäßigen Kontrollen entdeckt würden.

Die Landesregierung sieht sich bei den Suchhunden dennoch gut aufgestellt und sieht nach Angaben des Ministeriums keinen Grund dafür, weitere Tiere zumindest mit Blick auf die Suche nach Drogen in den Dienst zu holen. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass für die Einsätze in den Gefängnissen auch auf Drogenspürhunde der Polizei zurückgegriffen werden könne.

Den Ministeriumsangaben zufolge wurden im vergangenen Jahr in den Thüringer JVAs, inklusive der Jugendstrafanstalt, 58 Drogenfunde erfasst. 2019 waren es auch 58, und 2018 waren es 76 Funde.

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