Eröffnung wackelig: Ramelow optimistisch bei Buga-Start

16.04.2021 Mehr als zehn Jahre liefen die Vorbereitungen für die Bundesgartenschau in Erfurt. Kommende Woche sollte sich die Arbeit auszahlen. Doch ob die Buga in der Pandemie überhaupt eröffnen kann, wird wohl bis kurz vor knapp ein Krimi bleiben.

Der Titel der Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ steht am Giebel. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wenig frühlingshaftes Wetter und das Damoklesschwert Corona: Eine Woche vor dem geplanten Beginn der Bundesgartenschau in Erfurt ist die Vorfreude getrübt. Dennoch hat Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) seine Zuversicht betont, dass die große Blumenschau wie angepeilt am 23. April starten werde. «Wir werden darum kämpfen, dass die Bundesgartenschau am Freitag eröffnet wird», sagte er in Erfurt. Er gehe davon aus, dass Änderungspläne für das bundesweite Infektionsschutzgesetz noch so angepasst werden, dass die Außenbereiche in der aktuellen Corona-Lage öffnen können. Entscheidend sei, dass zwischen Innen- und Außenbereichen unterschieden werde, so Ramelow.

«Wir sind in der Lage, auf alles zu reagieren, was beschlossen wird», sagte Ramelow. Denkbar sei etwa, dass neben den bereits geplanten Hygienemaßnahmen auf dem Gelände in der ersten Zeit nur Thüringerinnen und Thüringer kommen dürfen. «Die Menschen werden depressiv, wenn wir sie immer weiter innendrin halten», sagte Ramelow. Man müsse die Chance schaffen, dass sie sich sicher draußen bewegen könnten. Das sei auf dem Buga-Gelände möglich.

Schon jetzt sei eine weitere Änderung für die erste Öffnungszeit vorgenommen worden - demnach werden nur Besucher eingelassen, die bereits ein Ticket haben und ihr Kommen auch für ein bestimmtes Datum per Internetportal angemeldet haben. Das gelte auch für Dauerkarteninhaber, sagte Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß.

Auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) unterstrich, dass viele Fachleute von einer deutlich geringeren Ansteckungsgefahr im Freien ausgingen. Ob es Testangebote für Besucher geben werde, solle sich in den nächsten Tagen klären, so Bausewein. Fest stehe, dass die Stadt ein weiteres Testzentrum im Theater bekommen werde.

Bislang ist die Buga vom 23. April bis zum 10. Oktober geplant. Die große Blumenschau auf den zwei Hauptstandorten in Erfurt umfasst insgesamt 430 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche - 87 000 Quadratmeter davon sollen blühen. Unter anderem 50 Themengärten sind zu sehen.

Eine Besonderheit ist das Danakil genannte Klimazonen-Haus, in dem Wüste und Regenwald zu erleben sind. Kakteen, tropische Gewächse, Erdmännchen, Schmetterlinge und andere Tiere sind in der Anlage zu sehen. An interaktiven Infostationen sollen Besucher mehr über die Lebensräume und die Bedeutung von Wasser in diesen erfahren. Neben den zwei Erfurter Hauptstandorten gibt es 25 Außenstandorte, zu denen etwa historische Parkanlagen gehören.

Thüringen ist seit langem das am heftigsten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesland. Am Freitag lag die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen laut Robert Koch-Institut bei rund 256. Bundesweit lag der Wert bei 160. In Erfurt belief sich die Inzidenz nach Angaben der Stadtverwaltung auf etwa 173.

Pläne zur Änderung des bundesweiten Infektionsschutzgesetzes sehen unter anderem vor, dass botanische Gärten nicht öffnen dürfen, wenn die jeweilige Stadt oder der jeweilige Landkreis an drei Tagen in Folge die Inzidenz von 100 überschreitet. Sollte es tatsächlich so entschieden werden - ohne etwa die von Ramelow angeregte Unterscheidung zwischen Innen- und Außenbereichen - wäre davon auch die Buga betroffen.

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